Tiefenpsychologische und psychodynamische Verfahren
Tiefenpsychologische und psychodynamische Verfahren gehen davon aus, dass seelische und
psychosomatische Beschwerden (Link zur Definition psychosomatische Störungen) bzw. Probleme auf zum
Teil erinnerbare, zum Teil aber auch nicht oder nicht mehr bewusste Erfahrungen und Konflikte mit
wichtigen Menschen (z.B. Eltern) in frühen Lebensjahren zurückzuführen sind. Diese Erfahrungen
beeinflussen die Beziehungen zu anderen, schränken oft die Wahrnehmung eigener Gefühle ein und
erschweren die Lösung von Konflikten mit anderen Menschen.
In der Therapie gehen wir von aktuell bestehenden Konflikten aus, die im „Hier und Jetzt“
bestehen. Ein Beispiel ist der sogenannte Schuldkonflikt: Im Alltag zeigt er sich z.B. darin, wenn
man immer für alles die Schuld bei sich selbst sucht, Geschenke und Lob nur mit schlechtem Gewissen
annehmen kann und das Gefühl hat, im Gegenzug für etwas Erhaltenes noch mehr schenken zu müssen.
Eine aktuell bestehende Krankheit könnte beim Vorliegen eines Schuldkonflikts als Folge eigenen
Fehlverhaltens oder sogar als verdiente Strafe angesehen werden und einem gesundheitsförderlichen
Verhalten im Weg stehen. Von solchen oder anderen aktuellen, konfliktbehafteten Situationen
ausgehend suchen wir nach Erinnerungen und Jugenderlebnissen, die aus heutiger Sicht schwierige
Verhaltens- und Erlebensmuster bedingen oder das Leben behindern könnten. Wir nutzen aber auch
solche Erlebnisse, die als positive Ressourcen (z.B. Stärken, Fähigkeiten, Hobbys, nahestehende
Personen) zur Verfügung stehen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Klärung Ihrer Gefühle.
Für weiterführende Informationen:
• Kornbichler, T. (2006): Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie. Freiburg:
Kreuz-Verlag.
• Zweig, C. & Abrams, J. (1997): Die Schattenseite der Seele. Wie man die dunklen
Bereiche der Psyche in die Persönlichkeit integriert. München: dtv-Verlag.








