Systemische Therapie
In der systemischen Therapie geht es hauptsächlich um die „Systeme“, in denen Sie sich bewegen.
Dazu zählen z.B. das System Familie, das System Arbeitsgruppe, das System Unternehmen/Arbeitsplatz,
das System Patientengruppe und viele andere mehr. Jeder dieser Lebensbereiche ist mit bestimmten
Erwartungen an Sie bzw. mit einer bestimmten „Rolle“ (z.B. als Vater, Kollege, Chef, Mitpatient)
verbunden. Zudem funktioniert jedes dieser „Systeme“ nach eigenen Regeln, die uns Menschen meistens
nicht (mehr) bewusst sind. Am ehesten bemerkt man diese Regeln, wenn man neu in ein „System“
eintritt und sich erst Stück für Stück an die neue „Rolle“ gewöhnt. Regeln sorgen dafür, dass das „
System“ funktioniert (z.B. Strafgesetzbuch, um das Zusammenleben vieler Menschen zu ermöglichen)
und haben in den meisten Fällen eine stützende Wirkung. Manchmal können sie aber auch behindern
oder einschränken: Verschiedene „Systeme“ weisen unterschiedliche Regeln und Erwartungen auf, die
sich gegenseitig widersprechen (keine Überstunden machen dürfen, aber jederzeit erreichbar sein
müssen) oder miteinander konkurrieren können (z.B. Familie wartet zu Hause, die Arbeit ist aber
noch nicht erledigt).
Die positiven und negativen Einflüsse, die verschiedene Systeme auf Sie haben, können auch
Ihren eigenen Bedürfnissen im Weg stehen, was sich in Konflikten am Arbeitsplatz oder auch im
Privatleben zeigen kann. Das Ziel der systemischen Therapie ist es, diese verschiedenen Einflüsse
sowie deren Auswirkungen auf Sie zu erkennen, sie zu nutzen und falls nötig auch zu verändern.
Für weiterführende Informationen:
• Gamber, P. (2011): Systemische Therapie für Dummies. Weinheim: Wiley-VCH.








