Körperpsychotherapie
Körperpsychotherapie klingt für viele wie ein Widerspruch in sich. Tatsächlich können Sie aber
über die Wahrnehmung körperlicher Veränderungen seelische Vorgänge erleben, die Sie nicht in Worte
fassen können. Dabei handelt es sich um die sogenannten unbewussten Prozesse. Körper und Seele
gehören also untrennbar zusammen und stellen zwei gleichwertige Bestandteile des Menschen dar.
Die eingesetzten Methoden sind erfahrungsorientiert, das heißt sie rücken das körperliche
Erleben im Hier und Jetzt in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit. Während im Alltag körperliche
Empfindungen, Körperhaltungen, Gestik und Mimik weitgehend automatisch „passieren“, bilden sie in
der Körperpsychotherapie den zentralen Ansatzpunkt der Behandlung. Dazu gehört vor allem auch die
Schulung der Wahrnehmung eigener körperlicher Vorgänge, die sogenannte Selbstwahrnehmung. Sie ist
die Grundlage dafür, eigene Bedürfnisse erkennen und ihnen entsprechend handeln zu können (z.B.
Ausruhen bei Erschöpfung, Schlafen bei Müdigkeit, Essen bei Hunger, sozialer Kontakt bei
Einsamkeit). Die Arbeit mit Atmung, Spannung der Muskulatur, Empfindung von Wärme und Kälte sowie
Schwere und Leichtigkeit bieten gute Möglichkeiten, die Selbstwahrnehmung zu verbessern. Auf diese
Weise nähern Sie sich Ihrer eigenen Seele „auf dem Umweg“ der Wahrnehmung Ihres Körpers.
„Wenn ich die Mundwinkel nach oben ziehe, ist das ganz schlecht für meine Depression.“
(Charlie Brown)
Für weiterführende Informationen:
• Söller, A, Lübcke, S. & Haase, G. (2009): EmotionalKörper-Therapie: Glücklich und
gesund durch die Heilung der Gefühle. Ketzin: VerlagM.
• Höhmann-Kost, A. (2002): Bewegung ist Leben: Integrative Leib- und Bewegungstherapie - eine
Einführung. Bern: Huber.








