Ösophaguskarzinom (Tumor an der Speiseröhre), Speiseröhrenkrebs
Klinische Einteilung: Es überwiegen Plattenepithelkarzinome (80-85%) gefolgt von Adenokarzinomen (3-10%, steigende Inzidenz!).
Zur klinischen Einteilung nach Tumorlokalisation unterscheidet man Karzinome der infrabifurkalen und der suprabifurkalen Ösophagushälfte. Adenokarzinome entstehen gehäuft in der sog. Barrett-Metaplasie (Umwandlung des normalen Plattenepithels des Ösophagus in Zylinderepithel im Sinne eines Endobrachyösophagus).
Klassifikation des Kardiakarzinoms:
Die Adenokarzinome des gastroösophagealen Übergangs werden nach einem Vorschlag von Siewert in drei Typen eingeteilt.
TYP BEISPIEL ENDOSKOPIE LOKALISATION
Typ I distaler Ösophagus 1-5 cm oberhalb der Z-Linie
Typ II eigentliche Kardiaregion 1 cm oberhalb bis 2 cm unterhalb der Z-Linie
Typ III Blick in Inversion auf die 2 cm oberhalb bis 5 cm unterhalb der Z-Linie
Kardiaregion Subkardiale
Lokalisation
In Deutschland gibt es ca. 2000 Neuerkrankungen pro Jahr, überwiegend im Altersbereich zwischen 60 und 70 Jahren, wobei Männer stärker betroffen sind als Frauen.
Geographisch tritt die Erkrankung gehäuft in Südostasien, Finnland, Frankreich und Chile auf.
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- Nitrosamingehalt der Nahrung (Geräucherte, gesalzene, zu hoch erhitzte Lebensmittel, überdüngtes Gemüse)
- Chronischer Alkoholgenuss
- Rauchen
Krebsvorstufen:
- Plummer-Vinson-Syndrom
- Achalasie (Muskuläre Störung von glattwandigen Hohlorgangen)
- Endobrachyösophagus
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Symptome sind meist uncharakteristisch und treten erst in späteren Stadien auf. Unter anderem mögliche Symptome sind:
- Schluckbeschwerden
- Schmerzen beim Schlucken
- Herzrasen bei Aufnahme heißer Getränke
- Gewichtverlust
- Husten und Heiserkeit
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Notwendige Untersuchungen
- Anamnese und klinische Untersuchungen (Halslymphknoten, Lebervergrößerung Aszites)
- Gefäßstatus
- Röntgen-Darstellung des Ösophagus
- Röntgen Thorax in 2 Ebenen
- Ösophagogastroskopie mit Biopsie des Tumors und weitere verdächtiger Läsionen
- Spiralcomputertomographie Thorax (Brustkorb)
- Spiralcomputertomographie Abdomen (Magen)
- Blutbild
- EKG
- Lungenfunktion
Im Einzelfall nützliche Untersuchungen
- Endosonographie (Ultraschall)
- HNO-ärztliche Untersuchungen bei zervikalem Tumor oder Verdacht auf Recurrensparese (Kehlhopflähmung)
- Bronchoskopie (bei suprabifurkalem Tumor)
- Laparoskopie (infrabifurkalem Adenokarzinom)
- Sonographie Ultraschall und Computertomographie des Halses bei suprabifurkalem Tumor
Eine Biopsie kann die Dignität (Gut- oder Bösartigkeit) und den Tumortyp (Plattenepithel- oder Adenokarzinom) sowie den Differenzierungsgrad klären.
Sehr selten sind darüber hinaus auch primäre oder eingewachsene kleinzellige Karzinome und – mittels Immunhistochemie – primäre oder sekundäre Lymphome des Ösophagus abzugrenzen.
Bei den hochgradigen Dysplasien des Barrettepithels, bei denen die Diagnostik am Resektat vielfach bereits invasive Adenokarzinom ergibt, sollte die Diagnose durch einen zweiten, in der Dysplasie-Diagnostik erfahrenen Pathologen bestätigt werden.
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Bei zervikalen Tumoren oder Hypopharynxkarzinomen besteht die Möglichkeit, nach Herausnahme des Tumors die fehlende Nahrungspassage durch ein Dünndarmtransplantat zu ersetzen. Dies ist eine weniger belastenden Methode zur Rekonstruktion der Nahrungspassage als der Magen- oder Kolonhochzug.
Schematische Darstellung einer stumpfen Osophagusdissektion
Tumore im mittleren und unteren Drittel
Über fünf ein Zentimeter große Schnitte wird laparoskopisch der Magen zunächst zu einem Schlauchmagen umgeformt und der untere Abschnitt der Speiseröhre sowie der obere Teil des Magens mit dem Tumor entfernt. Anschließend wird im Brustkorb über drei 1cm große Hautöffnungen die restliche Speiseröhre entfernt, der Schlauchmagen hochgezogen und mit Klammernahtgeräten mit der restlichen Speiseröhre verbunden.
Transthorakale oder transhiatale Resektion mit Lymphknotendissektion abdominell und thorakal. Ersatz der intrathorakalen Speiseröhre durch Magen oder Colon (nach Magenresektion). Zunehmend werden auch diese Operationen in der Schlüssellochtechnik durchgeführt. Wir haben in Europa mit die größte Erfahrung in dieser Technik. Die Belastung ist für die Patienten ungleich niedriger, in der Regel ist lediglich ein Intensivaufenthalt von 1-2 Tagen notwendig gegenüber 7-10 Tagen bei konventioneller Technik
Schematische Darstellung einer zervikalen Ösophagusresektion mit Dünndarminterponat
Narben bei minimalinvasiver Ösophagusresektion

Patient 2 Tage nach minimalinvasiver Ösophagusresektion
weiter zu Risiken...
- Nachblutung
- Ateminsuffiziens, Langzeitbeatmung
- Recurrensparese (Kehlkopflähmung)
- Septische Komplikationen
- Rezidiv
- Schluckstörungen durch Anastomosenstenose oder infolge von Funktionsstörungen
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Ein Aufenthalt auf der Intensivstation ist erforderlich, da in den ersten Tagen eine künstliche Ernährung erfolgen muss, bis die Wunden verheilen.
Die Entlassung erfolgt nach Abheilung der Wunden, wenn der Patient wieder voll mobilisiert ist und ausreichend Schlucken kann. so dass er keine Infusionstherapie mehr benötigt. Nach minimalinvasivem Vorgehen ist dies in der Regel in 6 bis 10 Tagen der Fall, nach offener Vorgehensweise nach 14 Tagen bis 3 Wochen.
Nachsorge
Aufklärung über mögliche Schluckstörungen, dann frühzeitige endoskopische oder radiologische Bougierung (Aufdehnung).
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- Form- und funktionsgerechte Operation nach dem individuellen Krankheitsbild Vermeidung von Komplikationen am Stimmbandnerv (Heiserkeit) und Nebenschilddrüse (Krämpfe, Tetanie)
- Kurzer Krankenhausaufenthalt
- Gutes kosmetisches Ergebnis (OP ohne Drainage, schönere Narbenbildung, weniger Schermzen)








