Behandlungsspektrum, EuromedClinic

Schlaganfall / TIA


Schlaganfall ist plötzlicher Untergang von Gehirngewebe bedingt durch lokale Durchblutungsstörung mit der Folge eines akuten fokalen neurologischen Defizits.
TIA = Transitorische ischämische Attacke: Passagere Durchblutungsstörung mit Rückbildung der Symptomatik innerhalb von 24Std.
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Jährlich erleiden 300 Menschen pro 100000 Einwohner einen Schlaganfall. Die Wahrscheinlichkeit nach einem ersten Schlaganfall einen zweiten zu bekommen beträgt 10-15% pro Jahr. Der Schlaganfall ist häufigste Ursache dauerhafter Behinderung.
Die Ursache der plötzlichen Durchblutungsstörung im Gehirn ist am häufigsten (70%) eine Arteriosklerose (Gefäßwand-verkalkung) und in 25% eine kardiale Emboliequelle (Gerinnselbildung im Herzen). 5% entfallen auf Gerinnungs-störungen oder Dissektion (Gefäßwandeinriss).

Die Risikofaktoren für die Arteriosklerose, also die häufigste Ursache der cerebralen Durchblutungsstörung, sind:
- Arterielle Hypertonie (Bluthochdruck)
- Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit)
- Hypercholesterinämie (erhöhte Cholesterinwerte)
- Nikotinkonsum (Rauchen) weiter zu Symptome...
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Plötzlich einsetzende neurologische Ausfälle:
- Lähmungen (Halbseitenlähmung: Gesichtsmuskel-lähmung, Arm-/Beinlähmung).
- Sprachstörungen
- Sensibilitätsstörung
- Koordinationsstörung
- Sehstörungen (Gesichtsfeldausfall, Doppelbilder).
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Wichtig ist eine rasche Abfolge folgender Schritte:
- Anamnese
- Klinisch-neurologische Untersuchung
- Blutdruckmessung zum Ausschluss einer Blutdruckkrise
- Blutentnahme (Blutbild, Entzündungsparameter, Blutzucker, Herzmuskelenzyme, Elektrolyte, Stoffwechselparameter (Leber-/Nierenwerte), Gerinnungsparameter).
- CT-Schädel zum Ausschluss einer Gehirnblutung
- EKG mit der Frage nach Herzrhythmusstörungen
- Ultraschalluntersuchung der hirnversorgenden Arterien
- Weitergehende Untersuchungen z. B. MRT-Kopf.
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Die Beste Behandlungsmöglichkeit ist die Vorsorge d.h. Erfassung evtl. abgelaufener kleinster Ereignisse in der Anamnese, klinisch-neurologische Untersuchung, Erfassung des Gefäßstatus in der Ultraschalluntersuchung, Erkennen und Behandeln der Gefäßrisikofaktoren (arterielle Hypertonie, Diabetes mellitus, Hypercholesterinämie, Nikotinkonsum). Falls bereits kleinste Ereignisse abgelaufen sind, rechtzeitige Sekundärprophylaxe mit Acetylsalicylsäure (Aspirin). Details siehe Neuro-Check-Up.

Bei der Behandlung des Schlaganfalls bzw. TIA ist es am wichtigsten, dass die ersten therapeutischen Maßnahmen parallel zu diagnostischen Untersuchungen stattfinden:
- Infusionstherapie, um die Viskosität des Blutes zu verbessern, damit das Blut über eventuelle Engstellen oder Umgehungskreisläufe besser die kritische Gehirnregion erreichen kann.
- Blutdrucküberwachung, wobei im Akutstadium leichte bis mittelstarke Blutdruckerhöhung toleriert wird und nur Blutdruckkrisen behandelt werden. Bei Blutdruck-abfall blutdruckunterstützende Maßnahmen, d.h. in erster Linie zusätzliche Infusion.
- Blutzuckerüberwachung (Unterzucker kann Schlaganfall vortäuschen)
- Nur bei Verdacht/Nachweis einer kardialen Emboliequelle (Gerinnselbildung im Herzen) Vollheparinisierung, d.h. Versorgung mit gerinnungshemmenden Mitteln, in allen anderen Fällen rechtzeitige Einleitung der Sekundärprophylaxe mit ASS oder Aggrenox.
- Die rasche Durchführung einer Lysetherapie d.h. Auflösung des Gerinnsels ist nur auf einer Schlaganfallstation/Stroke Unit zugelassen.
- Im weiteren Verlauf Behandlung der vaskulären Risikofaktoren (s.o.), ggf. von Herzrhythmusstörungen, Einleiten der Sekundärprophylaxe je nach Ursache des Schlaganfalls (Marcumar vs. ASS, Aggrenox).
- Physiotherapie (Krankengymnastik).
- Logopädie (Sprachtherapie).
- Veranlassung von Rehabilitationsmaßnahmen (ambulant/stationär).
- Weitere regelmäßige neurologische Kontrolluntersuchungen.
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