Prostatakrebs, Prostatakarzinom, PCA
Das Prostatakarzinom (Abkürzung PCA) ist die bösartige Veränderung der Vorsteherdrüse oder Prostata. Mit etwa 48.000 Neuerkrankungen/Jahr in Deutschland ist es der häufigste bösartige Tumor des Mannes. Nach wie vor versterben jährlich etwa 11.000 Männer am Prostatakrebs. Das Prostatakarzinom ist ein typischer Alterskrebs.

Etwa 90% aller Tumoren treten jenseits des 60. Lebensjahres auf. Mit zunehmender Lebenserwartung dürfte die Zahl der Betroffenen weiter ansteigen.
Die Erkrankungshäufigkeit (Inzidenz) ist weltweit stark verschieden. Generell ist sie niedriger in Entwicklungsländern mit geringerer Lebenserwartung, aber weltweit gibt es noch weitere Trends: so ist die Inzidenz mit 120/100.000 Männern jährlich in den USA 10x so hoch, wie in Singapur oder Japan.

Und auch innerhalb Europas liegt das Risiko für Männer in den Skandinavischen Ländern etwa doppelt so hoch, wie in Südeuropa.
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Eine Reihe von möglichen Risikofaktoren wurden in den letzten Jahrzehnten in großen Studien geprüft
Weitgehend akzeptiert sind eine
- ethnische Veranlagung:
so steigt das Risiko für Asiaten in den USA zwar deutlich an, jedoch liegt die Inzidenz nach wie vor unter der der US-Amerikaner.
- Familiäre Belastung:
Männer mit ein oder zwei direkten Angehörigen (Vater, Großvater, Bruder) mit einem PCA haben statistisch ein doppelt oder gar 5-fach erhöhtes persönliches Risiko. Der Beginn einer Vorsorgeuntersuchung sollte demnach früher erfolgen, als bei unbelasteten Männern.
- Übergewicht:
Zunehmend ergeben sich Hinweise, dass Übergewicht zu einem niedrigen PSA-Wert führt. Damit werden Übergewichtige erst verzögert auf Prostatakrebs hin untersucht. Zudem haben diese Männer oft aggressivere Tumoren
- Ernährung
Der Anstieg von Prostatakarzinomen bei Menschen aus Ländern mit niedrigem Risiko in ein Land mit höherer Inzidenz weist darauf hin, dass der Lebensstil eine Rolle spielt. Als wesentlicher Faktor wird hier die Ernährung angesehen.
Ein weiterer Risikofaktor, die berufliche Kadmium-Exposition, wird heute durch Arbeitsschutzmaßnahmen weitestgehend verhindert.
Andere vermutete Faktoren, wie die sexuelle Aktivität und das Rauchen spielen keine wesentliche Rolle.
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Ernährung:
Als wichtige Möglichkeiten einer Prävention des Prostatakarzinoms werden Ernährung und die Einnahme bestimmter Medikamente angesehen.
Es gilt als wahrscheinlich, dass eine Ernährung auf der Grundlage von Obst und Gemüse (fernöstlich, mediterran) die Tumorentstehung und Ausbreitung günstig beeinflusst, ohne dass jedoch die Nahrungsbestandteile genauer definiert werden können.
Substanzen, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit das Wachstum eines Prostatakarzinoms günstig beeinflussen sind Lykopine (die in hoher Konzentration in Tomaten enthalten sind). Allerdings haben sich in neueren Untersuchungen Widersprüche ergeben. Selen und – zumindest bei Rauchern – Vitamin E sind weitere Substanzen mit vermutetem präventivem Wert. Eine endgültige Einstufung ist aber erst nach Abschluss von derzeit noch laufenden Studien ab 2008 zu erwarten.
Demgegenüber scheinen insbesondere gesättigte Fette und auch ein starker Verzehr von Milchprodukten das Wachstum eines Prostatakrebses zu fördern.
Ein wesentlicher Einfluss von Rauchen oder Alkohol besteht nicht.
Medikamente
Im sog. Prostate Cancer Prevention Trial (PCPT) wurde der präventive Effekt des 5-a-Reduktase Hemmers Finasterid (Proscar) in einer prospektiv-randomisierten Studie bei 18882 gesunden Männern über 55 Jahre untersucht.
Dabei fanden sich in der Behandlungsgruppe 24,1% weniger Prostatakarzinome. Kritik ergab sich daraus, dass sich bei behandelten Patienten deutlich mehr aggressive Tumore fanden.
Die Ergebnisse der PCPT-Studie wurden in den folgenden Jahren umfangreichen Nachuntersuchungen unterworfen. Dabei ergab sich, dass die beobachtete Differenz mit größter Wahrscheinlichkeit einzig auf die Verminderung des Prostatavolumens unter Finasterid zurückzuführen ist. Finasterid ist somit die erste Substanz, für die eine präventive Wirkung beim Prostatakarzinom bewiesen ist.
Weitere Medikamente, die möglicherweise einen präventiven Effekt beim Prostatakrebs haben sind nicht-steroidale anti-entzündliche Medikamente (NSAID), wie z.B. Aspirin oder sog. Cyclooxygenase-Hemmer (z.B. Celecoxib), die jedoch wegen ihrer Nebenwirkungen problematisch sind.
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Die Bestimmung des Prostataspezifischen Antigens (PSA) hat die rektale Tastuntersuchung (DRU) in ihrer Bedeutung überholt. In den westlichen Industriestaaten wird heute die Mehrheit aller Prostatakarzinome über eine Erhöhung des PSA-Wertes diagnostiziert. Die zunehmende Verbreitung der Untersuchung hat einen dramatischen Wandel in der Ausdehnung des Tumors bei Diagnose bewirkt. Waren 1986 noch mehr als 70% aller Tumore bei Diagnose bereits metastasiert und damit unheilbar, so hat sich dieser Anteil bis heute auf weniger als 1/3 aller Patienten reduziert (Abb. 5) fehlt.
Allerdings hat die PSA-Bestimmung auch Nachteile:
· Nicht jeder erhöhte PSA-Wert zeigt einen Tumor an (Abb. ). Andererseits stellt die Mitteilung eines erhöhten PSA-Wertes für alle Betroffenen eine psychische Belastung dar.
· Dadurch, dass bei Männern mit einem erhöhten PSA-Wert generell eine weiterführende Diagnostik (Gewebeprobe) erfolgt (jedoch nicht bei allen ein Tumor vorliegt), kommt es zu einer „Überdiagnostik“.
· Da die heute Möglichkeit besteht, auch einen wenig aggressiven Tumor zu entdecken (Haustierkrebs nach Hackethal), ist eine Übertherapie denkbar. Allerdings ist der Anteil derartiger harmloser Tumore in Deutschland noch sehr niedrig.
· Trotz vieler Indizien ist es nicht bewiesen, dass die Heilung vom Prostatakrebs die Lebenserwartung der Gesamtbevölkerung steigert.
Zusammenfassend aber gilt:
Nur durch die PSA-Bestimmung ist es möglich, ein Prostatakarzinom im heilbaren Frühstadium zu erkennen!
Es wird heute versucht, durch weitere Untersuchungen das Risiko eines Patienten genauer zu definieren. Die Bestimmung des freien PSA-Wertes im Serum oder des sogenannten PCA3-Gens aus Prostatazellen im Urin können weiterführend sein.
Bei erhöhtem PSA-Wert oder einem auffälligen Tastbefund erfolgt die Entnahme von Gewebeproben (Stanzbiopsie). Dabei werden unter Ultraschallkontrolle wenigstens 6 Gewebeproben entnommen (Abb. 6). Etliche Urologen beziehen sich bei der Bemessung der Anzahl auf das sog. „Wiener Nomogramm“, bei dem sich die Zahl aus dem Alter des Patienten und dem Drüsenvolumen ergibt. Damit soll eine Überdiagnostik aber auch eine Unterdiagnostik vermieden werden.
Eine besondere diagnostische Herausforderung stellen solche Patienten dar, bei denen nach einer Gewebeprobe ohne Tumornachweis (negativ) ein weiterer Anstieg des PSA-Wertes beobachtet wird.
Anders als in den meisten westlichen Ländern ist die Bestimmung des PSA-Wertes in Deutschland keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Die Argumentation geht dahin, dass eine Überlebensverlängerung durch die PSA-Untersuchung nicht letztendlich bewiesen ist. Es wird jedoch kritisch angemerkt, dass etliche andere Leistungen problemlos übernommen werden, für die die Datenlage bei weitem nicht so gut ist, wie für die PSA-Bestimmung. Beratung und Bestimmung werden daher nach der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) abgerechnet und liegen überwiegend zwischen 20 – 25 €.
Screening:
Screening bedeutet eine systematische Untersuchung von Menschen ohne Symptome, die nach bestimmten Regeln ausgewählt werden.
Das Prostatakarzinom scheint auf Grund seiner Eigenschaften generell für ein Screening geeignet. Allerdings ist bislang nicht definitiv geklärt, ob ein Screening, z.B. aller Männer zwischen 50 und 75 Jahren, die Lebenserwartung der Untersuchten tatsächlich verlängert. Dennoch gibt es zahlreiche Hinweise darauf, dass ein Screening lebensverlängernd ist. Mit Spannung werden die Ergebnisse der europäischen (European Randomized Study of Screening for Prostate Cancer [ERSPC]) [15] und amerikanischen (Prostate, Lung, Colorectal and Ovarian (PLCO) Cancer Screening Trial) [16] Screening-Studien erwartet.
Demgegenüber besteht Übereinstimmung, dass die Bestimmung des PSA-Wertes das derzeit einzige sinnvolle Screening-Instrument darstellt.
Das sogenannte "opportunistische Screening“ ist die heute aktuelle Form der Vorsorgeuntersuchung In Deutschland. Bei Männern, die eine Früherkennung aus verschiedenen Motiven heraus (Veränderungen beim Wasserlassen, Studium entsprechender Literatur, Internet, Erkrankung von Verwandten oder Freunden) wünschen, erhalten eine Tastuntersuchung und eine PSA-Bestimmung. Ggfs. wird die Untersuchung durch einen transrektalen Ultraschall ergänzt.
Ausbreitungsdiagnostik
Von entscheidender Bedeutung für die Behandlung ist die Frage, wie weit der Tumor fortgeschritten ist. Damit kommt der Ausbreitungsdiagnostik eine wichtige Aufgabe zu. Mit Hilfe der zur Verfügung stehenden Informationen soll abgeschätzt werden, ob der Tumor noch auf die Prostata beschränkt ist, oder bereits gestreut hat. Nur solange der Krebs auf die Prostata begrenzt ist, ist eine Heilung möglich.
Die sog. Stadieneinteilung erfolgt international nach dem TNM-System, wobei T für den Primärtumor in der Prostata steht, N für die ableitenden Lymphknoten und M für Fernmetastasen.
Die Abschätzung des T-Stadiums erfolgt nach wie vor durch die rektale Tastuntersuchung. Nachdem sich jedoch gezeigt hat, dass dabei die Ausdehnung vielfach unterschätzt wird, werden heute Nomogramme verwendet. Das sog. Kattan-Nomogramm errechnet aus Tastbefund, PSA-Wert und dem Gleason-Score der Stanzbiopsie die Wahrscheinlichkeit, dass der Tumor auf die Prostata beschränkt ist. Ein zuverlässiger Tumornachweis mit bildgebenden Verfahren (transrektale Kernspintomographie, Cholin-PET) ist bislang nicht möglich. Der Einsatz solcher Verfahren bleibt somit auf Einzelfälle begrenzt.
Der Gleason-Score gibt Auskunft über die Agressivität eines Tumors und wird über die mikroskopische Untersuchung des Gewebes durch den Pathologen ermittelt. Die Skala reicht von 2 – 10. Je höher der Score ist, desto aggressiver ist der Tumor.

Ist die Wahrscheinlichkeit sehr gering, so wird gelegentlich auf eine Abklärung des N- und M-Stadiums verzichtet.
Trotz aller Erfolge der modernen bildgebenden Verfahren (Ultraschall, CT, Kernspintomografie) ist das Vorliegen von Lymphknotenmetastasen auf diese Weise nicht zweifelsfrei zu ermitteln. Die Entfernung der Lymphknoten – entweder im Rahmen der radikalen Prostatektomie oder als separater Eingriff vor einer Strahlentherapie – ist auch heute noch der Gold-Standard. An einigen Zentren wird eine Variante der Lymphknotenentfernung durchgeführt, bei der die zur Prostata gehörigen Lymphknoten radioaktiv markiert werden. Auf diese Weise können die sog. Schildwächter (Sentinel)-Lymphknoten identifiziert werden.
Fernmetastasen des Prostatakrebses treten bevorzugt in den Knochen auf. Daher ist die Durchführung eines Knochenszintigrammes zumindest dann obligat, wenn der PSA-Wert über 10 ng/ml liegt oder ein sehr aggressiver Tumor mit hohem Gleason-Score vorliegt. Röntgen der Lunge und CT oder Ultraschall der Leber vervollständigen das M-Staging.
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Therapie: Lokal begrenztes PCA
Die Behandlung des auf die Prostata begrenzten Tumors ruht auf 4 Säulen:

- Radikale Prostatektomie
- Strahlentherapie
a) von außen (externe Strahlentherapie)
b) von innen (interstitielle Strahlentherapie - Brachytherapie (LDR) oder „after loading“ (HDR))
- HIFU/Kryotherapie
- Watchful waiting/active surveillance
Ziel einer Behandlung des Prostatakarzinoms ist nicht zwingend die Heilung des Patienten sondern das Vermeiden eines Tumor-bedingten Todes oder von Tumor-bedingten Nebenwirkungen (Schmerz, Frakturen, Harnverhalt).
Insbesondere bei älteren Männer und bei Vorliegen eines relativ gutartigen Tumors (niedriger Gleason Score) ist unter Umständen keinerlei Behandlung erforderlich. Der Verlauf wird dabei lediglich beobachtet (watchful waiting). Da die Diagnostik zunehmend besser wird, werden entsprechende Tumore in zunehmendem Maß gefunden.
Auch bei jüngeren Männern mit einem sehr gutartigen Tumor muss nicht in jedem Fall gleich behandelt werden. Ziel der active surveillance ist es, die Nebenwirkungen und Komplikationen einer Behandlung hinauszuzögern.
Active surveillance und watchful waiting erfolgen unter regelmäßiger PSA-Kontrolle und Rebiopsie, um eine Behandlung rechtzeitig einleiten zu können (Prostata abb 5 nichts tun).
Die wirksamste Therapie ist die vollständige Entfernung der Prostata (radikale Prostatektomie). Nachteil dabei sind jedoch die Belastung des Patienten und die Komplikationen dieses Eingriffes. Neben allgemeinen Komplikationen wie einer Wundinfektion o.ä. kann es bei 5-10% der Patienten postoperativ zu einer bleibenden Harninkontinenz kommen. Auch die Potenz wird ungünstig beeinflusst. Allerdings wurde die radikale Prostatektomie in den vergangenen Jahren technisch erheblich verbessert (z.B. durch den Erhalt des für die Erektion wichtigen Gefäß-Nervenbündels) und die Komplikationen günstig beeinflusst. Dies wurde auch deshalb möglich, weil heute der Tumor früher erkannt wird.
Weitere technische Innovationen sind die laparaskopische Prostatektomie und die Roboter-unterstützte Prostatektomie, die ebenfalls minimal invasiv ohne Bauchschnitt erfolgt (Abb. 10 nur Foto Bauch). Vorzüge sind eine geringere Blutung. Die funktionellen Ergebnisse (Kontinenz, Potenz) nähern sich erst nach einer langen Lernkurve den Ergebnissen der offenen Operation. Allerdings bleibt zu berücksichtigen, dass diese Techniken sich noch in der Entwicklungsphase befinden.
Die Bestrahlung von außen, die externe Strahlentherapie, ist eine Behandlungsalternative beim lokal begrenzten Prostatakarzinom.

Auf Grundlage eines Computertomogrammes (CT) erfolgt computergestützt die Berechnung der Dosis und der Felder. Der aktuelle Standard ist die sog. 3-D konformale Technik, die heute an allen größeren Zentren verfügbar ist. Die Strahlendosis am Tumor sollte über 72 Gy betragen. Die Bestrahlung erfolgt hyperfraktioniert, d.h. die Gesamtdosis wird in kleine Portionen aufgeteilt, um die Nebenwirkungen erträglich zu halten. Daher erstreckt sich die ambulante Behandlung über mindestens 7 Wochen mit je 5 Behandlungstagen.
Während eine Harninkontinenz bei der Bestrahlung eine Ausnahme darstellt, sind eine Verschlechterung der Miktion und beim Stuhlgang typische Nebenwirkungen einer Strahlentherapie. Da das Gefäß-Nervenbündel mit in das Strahlenfeld einbezogen ist, kommt es mit der Zeit zu einer Beeinträchtigung der Potenz. Nach etwa 3-5 Jahren geben rund 40% aller Patienten Erektionsstörungen an.
Andere Verfahren, wie die Neutronen-Therapie oder die Intensitäts-modulierte Strahlentherapie (IMRT) befinden sich noch in der Erprobung. Über Vorzüge und Nachteile gegenüber der 3-D konformalen Technik kann noch nicht endgültig Stellung bezogen werden.
In den letzten 15 Jahren hat die Brachytherapie oder interstitielle Strahlentherapie eine Renaissance erlebt. Dabei wird die Strahlenquelle in die Prostata eingebracht. Auf Grund eines sehr steilen Dosisabfalls erfolgt die Bestrahlung schonender für das umgebende Gewebe. Mit Hautreaktionen, einer klassischen Nebenwirkung der externen Strahlentherapie muss nicht gerechnet werden. Weitere Nebenwirkungen auf Harnblase, Harnröhre und Enddarm ähneln denen der externen Strahlentherapie.
Bei der Brachytherapie werden zwei Formen unterschieden: die häufiger durchgeführte low-dose rate (LDR) Brachytherapie, bei der etwa 0,5 cm lange radioaktiv geladene Titanpartikel entsprechend einem zuvor berechneten Behandlungsplan in die Prostata eingebracht werden. Überwiegend werden heute 125Jod-geladene Partikel (Seeds) eingesetzt. Sie verbleiben in der Prostata und geben die Strahlung ab. Die Dosis für 125Jod Seeds liegt meist bei 145 Gy. Die Behandlung erfolgt nur ein einziges Mal und wird in einer Narkose durchgeführt. Die LDR-Brachytherapie ist bei eher gutartigen, noch nicht weit fortgeschrittenen Tumoren indiziert. Die bislang vorliegenden Ergebnisse zeigen auch nach mehr als 10 Jahren gute Ergebnisse, sofern die Indikation entsprechend gestellt wurde.
Der LDR-Brachytherapie steht die high-dose rate (HDR) Brachytherapie gegenüber. Dabei wird die Strahlenquelle über zuvor in die Prostata eingeführte Hülsen eingebracht (sog. Afterloading Technik). Die Behandlung erfolgt meist zweimal mit einem zeitlichen Abstand von einigen Tagen. Sie ist in Deutschland nicht sehr weit verbreitet. Bei bislang fehlenden Langzeitergebnissen ist eine abschließende Bewertung noch nicht möglich.
Die Indikation zu der für einen Patienten geeigneten Behandlung erfolgt in meist mehreren Gesprächen, uf Wunsch unter Einbeziehen des Partners. Dabei müssen Tumoreigenschaften (Ausbreitung, Aggressivität), die Verfassung des Patienten (Alter, Begleiterkrankungen), die notwendige Wirksamkeit einer Therapie sowie die Wünsche und Ängste des Patienten in die Entscheidung einfließen. Das Einholen einer Zweitmeinung sollte nicht die Ausnahme sondern den Normalfall darstellen.
Stark beworben wurden in den letzten Jahren weitere innovative Behandlungskonzepte, wie die Behandlung mit hoch-energetischem Ultraschall (HIFU) und die Kryotherapie. In beiden Fällen handelt es sich um Verfahren, für die bislang noch keine Langzeitergebnisse vorliegen und deren Einsatz generell in Studien erfolgen sollte.
Therapie: Lokal fortgeschrittenes PCA
Falls der Tumor bereits die Organgrenzen überschritten hat (Stadium T3 und 4) oder Lymphknotenmetastasen vorliegen, so sind ggfs. weitere Therapiemaßnahmen sog. adjuvante Behandlungen erforderlich.
Die Notwendigkeit ergibt sich bei einer Strahlentherapie bereits vor der Behandlung. So kann der Tastbefund oder der PSA-Wert Hinweise auf Prostata-überschreitendes Wachstum liefern oder aber in einer vorgeschalteten Lymphknotenentfernung Lymphknotenmetastasen nachgewiesen werden. In solchen Situationen wird vor der Strahlentherapie (neoadjuvant) und/oder nach der Bestrahlung (adjuvant) eine Hormontherapie eingeleitet. Dabei hat sich gezeigt, dass eine solche Kombination das Überleben der Patienten deutlich verbessern kann.
Bei der radikalen Prostatektomie ergibt sich die Notwendigkeit zu einer adjuvanten Therapie meist aus dem histopathologischen Befund. Bei sogenannten Risiko-Tumoren ist eine adjuvante Behandlung unter Umständen sinnvoll. Sie kann in einer Nachbestrahlung oder aber einer Hormontherapie bestehen. Auch hier gibt es Hinweise darauf, dass das Überleben der Patienten günstig beeinflusst wird.


Therapie: metastasiertes PCA
Das Prostatakarzinom metastasiert bevorzugt in das Knochensystem. Die Durchführung eines Knochenszintigramms ist daher die wichtigste Untersuchung zum Ausschluss oder Nachweis von Knochenmetastasen Weitere Orte einer Metastasierung sind Leber, Lunge und gelegentlich das Hirn.
Die Behandlung des metastasierten Prostatakarzinoms besteht im Entzug des männlichen Keimdrüsenhormons, des Testosterons. Testosterona-Reduktase in seine wirksame Form, das Dehydro-Testosteron (DHT) umgewandelt. wird in der Prostata durch das Enzym 5-
Durch operatives Entfernen der Hoden (Orchiektomie) wird die Testosteron-Produktion ausgeschaltet. Dies erfolgt heute auf medikamentösem Weg mit sogenannten LHRH-Analoga. Dieses Medikament wird in der Regel als 3-Monats-Spritze verabreicht und verhindert die Ausschüttung von LH aus der Hinanhangdrüse, der Hypophyse. Damit wird die Produktion von Testosteron im Hoden unterbunden.

LHRH-Analoga beeinflussen allerdings nicht die Produktion von Testosteron in der Nebenniere. Sie macht etwa 10% der Gesamt-Testosteron-Produktion aus.
Eine Alternative besteht darin, die Wirkung des Testosterons an der Prostata zu eliminieren. Dabei besetzen Antiandrogene die Testosteron-Rezeptoren auf Prostatazellen. Testosteron kann daher nicht wirken.
Durch gemeinsame Gabe von LHRH-Analoga und Antiandrogenen wird die Testosteron-Wirkung komplett unterbunden. Man bezeichnet dies als maximale Androgen-Blockade (MAB).
Die Hormontherapie ist durch eine Reihe von Nebenwirkungen gekennzeichnet, die, insbesondere bei längerer Anwendung, den Patienten belasten (Tab. 11). Insbesondere die Osteoporose wurde in den letzten Jahren als wichtige Nebenwirkung erkannt. So steigt das Frakturrisiko bereits nach 1,5 Jahren einer LH-RH-Behandlung deutlich an.

Nach 8-10 Jahren hat jeder 2. Patient eine Fraktur. Diese Nebenwirkung kann dort, wo es möglich ist, durch den Einsatz von Antiandrogenen umgangen werden. Alternativ können Bisphosphonate verabreicht werden. So wurde in einer großen Studie nachgewiesen, dass sich Frakturen durch die Gabe von 4 mg Zoledronsäure (Zometa) alle 3 Monate verhindern lassen.
Therapie
Hormon-unempfindliches PCA
Der Nachteil einer Hormontherapie liegt darin, dass nach einer unterschiedlich langen Zeit die Krebszellen lernen, auch ohne Anwesenheit von Testosteron zu wachsen. Diese Situation wird als hormonrefraktär bezeichnet.
Bis vor wenigen Jahren galt das Prostatakarzinom als unempfindlich gegenüber Chemotherapeutika. Erst in 2003 konnte in 2 unabhängigen randomisierten Studien gezeigt werden, dass das aus einer Eibenart gewonnene Docetaxel die Progression eines Prostatakarzinoms signifikant vermindert und das Überleben der behandelten Patienten günstig beeinflusst.

Nachsorge
Die Nachsorge eines Prostatakarzinoms verfolgt 2 Ziele:
Insbesondere in frühen Stadien soll ein Fortschreiten oder Wiederauftreten der Erkrankung rechtzeitig erkannt werden, um frühzeitig die Behandlung anzupassen. Dies erfolgt durch die regelmäßige Untersuchung des PSA-Wertes.
In den späteren Stadien liegt das Augenmerk darauf, Tumor-bedingte Komplikationen zu vermeiden. Neben der PSA-Kontrolle erfolgt die Durchführung von Knochenszintigrammen (ggfs. ergänzenden Röntgenuntersuchungen), Ultraschalluntersuchungen der Nieren und des Restharnes sowie weitere Diagnostik in Anpassung an die jeweilige Situation.
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Darum sollten Sie zu uns kommen
Eine qualitativ gute Versorgung von Patienten mit einem Prostatakarzinom ist an verschiedene Voraussetzungen geknüpft. Dazu gehören:
Interdisziplinarität: Die Zusammenarbeit von Urologen, Strahlentherapeuten, Röntgenfachärzten, Pathologen, Onkologen, Physiotherapeuten und Apothekern ist eine wichtige Voraussetzung, um eine optimale Behandlung zu gewährleisten. An der EuromedClinic in Fürth wird sie als Teil der Corporate Identity gepflegt. Sie kann aber auch im Rahmen von Netzwerken (z.B. Prostatakompetenznetz (PKN) Nürnberg-Fürth) (Link) organisiert sein.
Forschung: Eine aktive Rolle bei der wissenschaftlichen Weiterentwicklung ist ein wesentliches Qualitätsmerkmal. Die Auseinandersetzung mit den jeweils neuesten Ergebnissen klinischer Studien führt dazu, dass für die eigenen Patienten eine Versorgung auf höchstem Niveau gewährleistet ist. Über die Durchführung und Teilnahme an Studien besteht ein Zugriff auf diagnostische und therapeutische Verfahren, die unter Umständen noch nicht offiziell verfügbar sind. Studienpatienten sind stets die am Besten versorgten Patienten, weil ihre Behandlung durch Expertenkommissionen vorgegeben ist und nicht nur auf der subjektiven Einschätzung eines Arztes basiert! Die Experten an der Belegabteilung für Urologie an der EuromedClinic sind in nationale und international Forschungsprojekte eingebunden.
Integrierte Versorgung: die Kooperation zwischen Klinik und niedergelassenen Ärzten stellt nach wie vor ein wichtiges Schnittstellenproblem dar. Diesem Problem hat der Gesetzgeber durch Einrichtung der integrierten Versorgung Rechnung getragen. So besteht z.B. zwischen der AOK und dem Prostatakompetenznetz (PKN) Nürnberg-Fürth ein Vertrag zur integrierten Versorgung von Patienten mit Prostataerkrankungen.
An der EuromedClinic Fürth ist einem Verlust von Informationen zwischen Klinik und ambulanter Versorgung durch die Einrichtung von Belegabteilungen vorgebeugt. Integrierte Versorgung ist hier seit über 10 Jahren praktizierte Routine.
Patientenverbände: die enge Zusammenarbeit mit den Prostatakrebs Selbsthilfegruppen (Bundesverband der Prostatakrebs Selbsthilfegruppen (BPS)) (www.prostatakrebs-bps.de) hat eine neue Qualität in die Arzt-Patienten-Beziehung eingebracht. Information und psychologische Unterstützung wird in den mehr als 180 regionalen Gruppen geleistet. Im Bereich Nürnberg-Fürth existieren 2 Gruppen.
Qualitätskontrolle: Die Zertifizierung z.B. nach ISO 2000 oder KTQ stellt ein Qualitätsmerkmal dar. Insbesondere im Bereich der Prostataerkrankungen hat sich in jüngerer Zeit der Dachverband der Prostatazentren (www.DVPZ.de) die Verbesserung der Behandlungsqualität zur Aufgabe gemacht. Ein ähnliches, auf die Behandlung von Prostatakrebs in Kliniken ausgerichtetes, Konzept wird durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) (www.krebsgesellschaft.de) erarbeitet.
Zweitmeinung: das Prostatakarzinom ist einer der komplexesten Tumoren. Das Einholen einer Zweitmeinung und die dabei notwendige Unterstützung durch den behandelnden Urologen sind Kennzeichen einer guten Versorgung.
Fachbereich(e)
Weiterführende Links
www.urologie-zentrum.de
www.prostatazentrum-nuernberg.de
www.dgu.de
www.auo-online.de
www.auanet.org
www.krebsgesellschaft.de
www.krebshilfe.de
www.prostatakrebs-bps.de
www.stiftung-maennergesundheit.de
www.prostatazentrum-nuernberg.de
www.dgu.de
www.auo-online.de
www.auanet.org
www.krebsgesellschaft.de
www.krebshilfe.de
www.prostatakrebs-bps.de
www.stiftung-maennergesundheit.de






