Behandlungsspektrum, EuromedClinic

Nahrungsmittelunverträglichkeit, Nahrungsmittelallergie


Nahrungsmittelallergien sind immunologische Reaktionen gegen Allergene in Nahrungsmitteln. Davon zu unterscheiden sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Hierunter fallen die Milchzucker- und Fruchtzuckerunverträglichkeit sowie die Glutenunverträglichkeit bei Zöliakie als auch die Fettunverträglichkeit bei exokriner Pankreasinsuffizienz (= nachlassende Verdauungsleistung der Bauchspeicheldrüse).
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Ca. 5 % der Bevölkerung (Verhältnis Frauen zu Männer 2:1) leiden an einer Nahrungsmittelallergie. Bei genetisch vorbelasteten Patienten kommt es zu allergischen Reaktionen gegen Nahrungsbestandteile, Zusatzstoffe und unerwünschte Beimengungen.
Die Glutenunverträglichkeit ist genetisch bedingt. Die Häufigkeit ist 1:500 Einwohner in Europa, mehr Frauen als Männer. Bei der Milchzuckerunverträglichkeit unterscheidet man den angeborenen Laktasemangel vom sekundär erworbenen Laktasemangel. Ca. 20 % der Erwachsenen in Europa sind davon betroffen.
Die Fettunverträglichkeit resultiert häufig aus wiederholten Bauchspeicheldrüsenentzündungen.
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Eine Prophylaxe ist bei genetisch bedingten Erkrankungen so gut wie nicht möglich. Wir gehen auch davon aus, dass der hohe Anteil der Nahrungsmittelallergien und -unver-träglichkeiten auch auf den erheblichen Anteil der aufbearbeiteten Nahrungsmittel und Fertignahrungsmittel in unserer Nahrungskette beruht. Zur Prophylaxe dient eine gesunde Mischkost mit ausreichend Gemüse und Salaten. Die Nahrungsmittel sollten frisch zubereitet sein. Inwiefern eine Behandlung mit probiotischen Bakterien in den ersten Lebensmonaten einen positiven Effekt bezüglich Nahrungsmittelallergie zeigt, ist Thema der gegenwärtigen Forschung.

Die Fettverdauungsstörung, die in der Regel auf wiederholten Bauchspeicheldrüsenentzündungen beruht, kann verhindert werden durch Meiden von alkoholischen Getränken (oftmals Auslöser der Bauchspeicheldrüsenentzündung neben einer genetischen Disposition).

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Die Symptome sind direkt nach der Zufuhr des entsprechenden Nahrungsmittel einsetzende abdominelle Beschwerden (Magenschmerzen), Blähungen, Koliken und Durchfall. Bei der Nahrungsmittelunverträglichkeit kann es auch zu schweren allergischen Begleitreaktionen bis zu Anaphylaxie (Schockzustand) kommen.
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Die Diagnostik des Milchsäure- und Fruchtzuckermangels geschieht über einen spezifischen H2-Atemtest.

Die Fettverdauungsstörung lässt sich nachweisen über einen Stuhltest auf Elastase.

Die Diagnostik der Nahrungsmittelallergie ist wesentlich komplexer. Sie basiert auf einer zunächst hypoallergenen Basiskost (Kartoffel-Reis-Diät) mit Hinzunahme von verschiedenen Nahrungsmittelgruppen und Austestung der Reaktion. Als Screening-Test (hierdurch kann die Wahrscheinlichkeit des Auftretens einer Krankheit abgeschätzt werden) dient die Untersuchung auf Metylhistamin im Urin und die Bestimmung der Allergiewerte Histamin und IgE im Blut. Die Glutenunverträglichkeit lässt sich nachweisen über spezifische Laborwerte und mittels Endoskopie gewonnener Dünndarmbiopsien (Gewebeproben).
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Milchzucker- und Fruchtzuckerunverträglichkeit behandelt man durch das Weglassen der entsprechenden Nahrungsmittel. Hierzu bedarf es in der Regel einer ausführlichen Ernährungsberatung.
Im Falle einer Milchzuckerunverträglichkeit kann die Hinzunahme des künstlichen milchzuckerspaltenden Enzymes Laktase hilfreich sein.
Bei Glutenunverträglichkeit Zöliakie ist eine glutenfreie Ernährung sehr wichtig, da sie auch der Krebsentstehung vorbeugt.
Bei der Nahrungsmittelallergie gilt wie bereits oben angeführt das Weglassen des allergieauslösenden Agens. Dies kann sehr schwierig werden, da gerade in Fertignahrungsmittel doch unterschiedliche Allergene vorhanden sind. Hier bedarf es auf jeden Fall einer ausführlichen Ernährungsberatung. Medikamentöse Unterstützung können die Patienten erfahren durch sogenannte Antihistaminika, bei akuten schweren Schockzuständen Kortison. In der letzten Zeit tritt das darmgebundene Immunsystem und die Darmflora immer mehr in den Vordergrund. Hier bestehen vielfältige Möglichkeiten der Beeinflussung, zum einen durch probiotische Bakterien als auch durch Immunmodulatoren.
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