Behandlungsspektrum, EuromedClinic

Chronische Lebererkrankungen und ihre Entwicklung zur Leberzirrhose


Die Leberzirrhose ist eine chronische Erkrankung, die die gesamte Leber erfasst. Dabei kommt es zu einer zunehmenden Bindegewebsvermehrung, Zelluntergängen, Entwicklung von narbigen Knoten, Störungen in der Gefäßversorgung und Lappenarchitektur. Bei rechtzeitiger Diagnose und Ausschaltung der Ursache kann eine Leberzirrhose zum Stillstand kommen. Aggressive Formen schreiten trotz Behebung der Ursache weiter fort.
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Die häufigste Ursache der Leberzirrhose ist langdauernder Alkoholmissbrauch sowie Virusentzündungen (Leberentzündung durch den Hepatitis-Virus B, C und D). Eine Leberzirrhose kann aber auch ausgelöst werden durch eine chronische Infektion bzw. Stauung der Gallenwege, durch ein autoimmunes Geschehen, durch chronischen Stau des Lebervenenblutflusses sowie durch Stoffwechselerkrankungen, wie Eisen- und Kupferspeicherkrankheiten, einen speziellen Eiweißmangel (Alpha-1 Antitrypsin) oder medikamentös-toxisch. Selbst eine starke Leberverfettung durch Übergewicht und Fehlernährung kann zur Leberzirrhose führen.
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Im Falle des Alkoholmissbrauches ist absoluter Verzicht indiziert, gegen die virale Hepatitis A und B kann geimpft werden. Für die Hepatitis C ist bisher leider keine Impfung verfügbar. Hier empfehlen sich absolute Hygienemaßnahmen beim Umgang mit menschlichen Produkten, wie Blut, Flüssigkeiten, Sperma, etc. Bei den anderen sehr seltenen Ursachen ist die rechtzeitige Diagnosestellung die einzige effektive Vorbeugemaßnahme. Mit der Ursachenfindung kann dann eine spezifische Therapie zur Verhütung der Leberzirrhose eingeleitet werden.

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Abgeschlagenheit, Müdigkeit, verminderte Belastbarkeit, Leistungsminderung, im fortgeschrittenen Stadium auch Gelbsucht, Hautveränderungen, Zittern, Bewusstseinsstörungen, verminderte Körperbehaarung, Entwicklung einer männlichen Brust. Alarmsymptom ist die Entwicklung von Wasser im Bauch mit Zunahme des Bauchumfanges und eine zunehmende Blutungsneigung bei Störung des Gerinnungsstoffwechsels.
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Neben einer ausführlichen Labordiagnostik zur Erfassung des Leberzellunterganges sowie der Leberfunktionsstörung in Gerinnung und Eiweißstoffwechsel zeigen sich auch indirekte Parameter des Blutbildes und des Gallenstoffwechsels verändert. Es sollte unbedingt eine Bestimmung des Tumormarkes Alpha-Fetoprotein gedacht werden, um die rechtzeitige Entwicklung eines Leberkrebses zu erkennen (Sensitivität 70 %). Durch den ausführlichen Bauchultraschall werden Struktur, Beschaffenheit und Größe der Leber sowie der Gefäße und der umgehenden Organe beurteilt. Da die Leberzirrhose zu Krampfaderbildung in der Speiseröhre neigt, muss auch regelmäßig eine Magenspiegelung zur Erfassung des Ausmaßes der Krampfadern und der möglichen Blutungsneigung erfolgen. Das Verfahren mit der höchsten diagnostischen Sicherheit ist die Leberpunktion, die unkompliziert, ultraschallgezielt mit einer dünnen Hohlraumnadel relativ risikoarm durchgeführt wird.
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Nur die zugrunde liegende Störung und Ursache des chronischen Leberschadens, der zur Zirrhose geführt hat, ist einer spezifischen Therapie zugänglich. Darüber hinaus sollte die absolute Alkoholkarenz eingehalten werden, jegliche Medikation auf lebertoxische Nebenwirkungen beachtet und vermieden werden sowie eine ausgewogene Ernährung mit geordnetem Lebensrhythmus eingehalten werden. In manchen Fällen ist die Lebertransplantation eine Option, dies hängt von der Ursache des Leberschadens ab. Komplikationen: Erhöhung des Pfortaderblutdruckes mit Umgehungskreisläufen und Entwicklung von Krampfadern in der Speiseröhre, aber auch im Bereich der Mittelbauchorgane wie Milz, Magenfundus, Nabelvene oder am After der Hämorrhoiden. Durch den erhöhten Pfortaderdruck entsteht Wasser im Bauchraum (Wassersucht), beachtet werden muss hierbei die erhöhte Neigung zu Infektionen des Bauchraumwassers, die Speiseröhren-Magenkuppelblutung aus Krampfadern bei verringernder Blutgerinnung, neurologisch-psychiatrische Symptome bei zunehmendem Leberversagen mit Verschlechterung der Schrift und der Koordination sowie eine Schädigung der Niere mit rascher Nierenfunktionsverschlechterung bis zum Nierenversagen. Knochenmarkveränderung durch Verminderung der Blutblättchen. Häufig auch in Verbindung mit der vergrößerten Milz und letztendlich die Entwicklung eines Leberzellkrebses (70 % der Leberzellkrebspatienten haben eine Leberzirrhose).
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