Hüftgelenkschmerzen
Die Schmerzen entstehen durch den Verschleiß der Gelenke, die in verschiedenen Stadien unterschiedlich stark sein können. Ursache ist die mechanische Überbelastung aufgrund einer angeborenen, erworbenen oder auch unfallbedingten Fehlstellung der sogenannten Gelenkpartner. Verformte Gelenke reduzieren die kraftübertragende Fläche am Gelenk, so dass bei Belastung ein vierfacher Druck entsteht.
Anhaltende Gelenkschwellungen, Bindegewebserkrankungen, chronische Entzündungen oder Infektionen schwächen den Knorpel. Erst in diesem Stadium verkürzen sich Gelenkkapsel, Muskeln und Sehnen. Man ermüdet schneller und leidet unter Belastungsschmerzen. Knochenwülste, Knochenverdichtungen und in der Spätphase fleckförmige Zysten werden bei der Röntgendiagnostik sichtbar.
Hüftgelenkimplantat:
Die Köpfe von Hüftendoprothesen werden im Oberschenkel verankert. Als Gelenkpartner dient eine künstliche Pfanne, die im Becken fixiert wird. Man unterscheidet zementierbare Implantate, die aus einer Chrom-Kobalt-Molybdän-Legierung bestehen und mit dem Knochen über einen, dem Acrylglas ähnlichen, Kunststoff verbunden werden, sowie zementfreie Implantate, die aus einer Titanlegierung bestehen und sich zunächst mechanisch im Knochen verklemmen. Anschließend wächst der Knochen an der Oberfläche an. Voraussetzung für ein zementfreies Implantat ist eine gute Stabilität des vorhandenen Knochenlagers. Die Implantatköpfe bestehen aus Metall oder Keramik, die Schale aus Polyethylen, Metall oder Keramik. Die richtige Materialkombination, genannt „Gleitpaarung“, ist wichtig, denn sie sichert die Haltbarkeit des Implantats. Keramik-/Keramikgleitpaarungen produzieren erfahrungsgemäß den geringsten Abrieb und sind sehr gut haltbar.
Bei einer sogenannten Kappenendoprothese (Hüftoberflächenersatz nach McMinn) wird der Hüftkopf überkront. Da der Kopfdurchmesser in etwa dem Original entspricht, ist die Gefahr des Auskugelns gering. Die Krafteinleitung erfolgt hier fast physiologisch, und sie eignet sich gut für sportlich aktive Patienten.
Generell gilt: Für jedes Krankheitsbild gibt es die richtige Operationstechnik. Da das Hüftgelenk von Muskeln umgeben ist, ist für den Patienten die gewebeschonende Technik des Operateurs in der Tiefe entscheidend, nicht die Größe des Hautschnitts. Sechs Wochen nach der Operation ist man im Regelfall wieder fit.
Nach dem Auftrainieren der Muskulatur sind fast alle altersentsprechenden Bewegungen und Sportarten möglich. Vorzugsweise sollten Sportarten mit harmonischen Bewegungsabläufen wie z.B. Radfahren, Schwimmen oder Ski-Langlauf gewählt werden. Mannschafts- sowie Stop-and-Go-Sportarten (z.B. Tennis, Badminton) sind kritischer zu bewerten. Maßvoller Sport ohne übertriebenen Ehrgeiz ist aber durchaus möglich und sinnvoll.







