Behandlungsspektrum, EuromedClinic

Kniegelenkersatz / Knieendoprothetik aufgrund von Verschleißerkrankung des Kniegelenkes (Gonarthrose)



Der Verschleiß des Kniegelenks beginnt mit der Zerstörung des Gelenkknorpels (druckelastischer, glatter Überzug des Knochens im Bereich der Gelenkflächen). Im weiteren Verlauf können dann auch Weichteile (z. B. Gelenkkapsel, Bänder) und der Knochen in Mitleidenschaft gezogen werden.

Zu Beginn macht sich die Gonarthrose oft nur langsam und schleichend bemerkbar. Sie kann aber später schnell voran schreiten und zu zunehmenden Schmerzen mit einer erheblichen Beeinträchtigung der Beweglichkeit führen.

Ursache für die Verschleißerkrankung sind meist eine mechanische Fehlbelastung (z. B. „O“- oder „X“- Bein) oder eine verminderte Widerstandsfähigkeit des Knorpels bei entzündlichen Gelenkveränderungen („Rheuma“).

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Schemazeichnung: Kniegelenk mit Gonarthrose

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Das Knorpelgewebe wird über die Gelenkflüssigkeit ernährt. Diese Gelenkflüssigkeit transportiert Nährstoffe an die in die Knorpelgrundsubstanz eingebetteten Knorpelzellen heran und entfernt Abfallstoffe. Entzündliche Gelenkerkrankungen verschlechtern die Zusammensetzung der Gelenkflüssigkeit und somit die Knorpelernährung.
Wenn das Gelenk bewegt wird verhält sich der Knorpel wie ein Schwamm: Bei Belastung wird Flüssigkeit aus dem Knorpelgewebe herausgedrückt und beim Entlasten wieder eingesogen.
Eine zu hohe Belastung, beispielsweise bei einer Fehlstellung, wie einem„X“- Bein, aber auch eine Unterbelastung, durch Bewegungsmangel stört die Knorpelernährung. Diese Mangelernährung vermindert die Widerstandskraft des Knorpels. Auch entzündliche Gelenkerkrankungen verschlechtern die Zusammensetzung der Gelenkflüssigkeit und somit die Knorpelernährung.

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Knorpelveränderung bei Fehlbelastung

Das menschliche Kniegelenk ist zwar hoch belastbar aber auch sehr sensibel. Durch die großen Knochenhebel von Ober- und Unterschenkel und den Zug der Muskulatur wirkt sich beim Gehen oder Laufen jedes Kilogramm des Körpergewichtes mit ca. 3 - 4 Kilogramm auf die Belastung der Gelenkfläche aus. Verringert sich, durch eine angeborene oder erworbene Fehlbelastung zusätzlich der kraftübertragende Anteil der Gelenkfläche um die Hälfte, erhöht sich der Druck auf dier Gelenkfläche um das vierfache.

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Veränderung der Gelenkbelastung bei „X-“ und „O-Bein“

Beim „O“- Bein wird die Innenseite des Kniegelenks überbelastet und die Außenseite eher unterbelastet, beim „X“- Bein ist es umgekehrt. Die Gelenkflächen zwischen Kniescheibe und Oberschenkel können gleichzeitig, aber auch alleine betroffen sein. Auch Verletzungen des Meniskus (elastischer Knorpelpuffer zwischen Ober- und Unterschenkel), seine Entfernung oder die Gelenkinstabilität nach einem Bänderriss stören das Belastungsgleichgewicht und leisten einer Verschleißerkrankung Vorschub. Übergewicht, schwere körperliche Arbeit oder sich wiederholende Bewegungsabläufe beschleunigen sie.

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  • Erstes Anzeichen: Müdigkeitsgefühl nach längeren Gehstrecken, noch kein Auftreten von Schmerzen aber der Wunsch nach einer Pause wird häufiger.
  • Mit fortschreitendem Gelenkverschleiß: Ziehen, Druckgefühl, leichte Schmerzen im Knie oder auch im ganzen Bein.
  • In der nächsten Phase: Auftreten von Schmerzen während längerer Gehstrecken, beim Gehen auf unebenem Boden und/oder beim Treppensteigen. Möglicherweise vorübergehendes Anschwellen des Gelenkes.
  • Typisch ist der sog. „Anlaufschmerz“: Beim Aufstehen nach längerem Sitzen oder morgens aus dem Bett sind erste Schritte schmerzhaft. Sie müssen sich erst „einlaufen“.
  • In der Spätphase: Auftreten von Ruhe- und/oder Nachtschmerz.
  • Je mehr Schmerzen auftreten desto mehr kommt es zur Vermeidung schmerzhafter Bewegungen. Folge: Die Muskulatur verspannt und verkürzt sich, eine Schonhaltung wird eingenommen, Gelenkkapsel und Bänder schrumpfen. Schließlich nimmt das Bewegungsausmaß des Kniegelenks ab und das Ende der Bewegung ist schmerzhaft.

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Mit Fortschreiten einer Gonarthrose werden die Veränderungen am Kniegelenk auch im Röntgenbild sichtbar.
  • Als Erstes wird der Gelenkknorpel abgenutzt. Er ist im Röntgenbild nicht direkt zu erkennen, stellt sich als schwarzer Spalt (= durchlässig für Röntgenstrahlen) also als Abstand zwischen den knöchernen Gelenkpartnern dar. Mit zunehemendem Knorpelabbau wird der „Gelenkspalt“ daher immer schmaler, bis beide Knochen einander schließlich berühren.
  • Mit ansteigender Belastung reagiert auch das Knochengewebe. Es verstärkt sich im Bereich der Überlastung. Am Röntgenbild ist dann eine Sklerose (Verdichtung) als helles Band (=undurchlässig für Röntgenstrahlen) zu erkennen. Im unterbelasteten Anteil sieht der Knochen eher transparenter aus als normal.
  • An den Gelenkkanten bilden sich zunehmend Osteophyten (Knochenwülste).
  • Im überbelasteten Bereich kommt es zu punktuellen Durchblutungsstörungen, der Knochen stirbt ab und es entwickeln sich kleine Zysten (Hohlräume). Häufig treten sie paarweise gegenüber liegend an den benachbarten Knochenteilen auf.
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Seitliche Röntgenaufnahme des Kniegelenks

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Erster Schritt ist die Anamnese, eine systematische Erhebung der Krankheitsgeschichte des Patienten. Dabei werden aktuelle Beschwerden, Lebensumstände (z. B. berufliche Belastungen), gesundheitliche Vorgeschichte (z. B. internistische Erkrankungen), besondere Risikofaktoren (z.B. Allergien), und genetisches (erbliches) Risiko erfasst. Folgende Fragen sind typisch:

Seit wann und wie oft treten welche Beschwerden auf?

Wodurch werden sie ausgelöst?
und wie lassen sie sich lindern (Belastungen, Sport)?

Haben Sie sich schon selbst behandelt (Hausmittel)
und was hat Ihr Arzt verordnet (Medikamente, Krankengymnastik)?

Haben Sie weitere Krankheiten?
Welche Medikamente nehmen Sie regelmäßig?

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Bei der gründlichen körperlichen Untersuchung, wird neben Schwellungen, Beweglichkeit, Stabilität, Druck- und Bewegungsschmerz des betroffenen und der Nachbargelenke, Körperhaltung, Fehlstellungen der Gliedmaßen und Wirbelsäule, Nervenstörungen, Durchblutung, Größe und Gewicht genau dokumentiert und beurteilt.

Danach liegt in der Regel eine erste Diagnose vor, die ggf. durch weitere bildgebende Untersuchungen bestätigt und/oder von ähnlichen Krankheitsbildern abgegrenzt wird.

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Zur Basisdiagnostik werden in der Regel 3 Röntgenbilder angefertigt, eine Aufnahme von vorn, eine von der Seite und eine der Patella (Kniescheibe) in ihrem Gleitweg.
Ist zusätzlich eine Achsenmessung erfoderlich wird das ganze Bein zusammen mit Hüft- und Sprunggelenk abgebildet.

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Magnetresonanztomographie
Die MagnetResonanzTomographie (MRT, = Kernspintomographie: Schnittbildaufnahme mit Magnetfeldern), arbeitet nicht mit Röntgenstrahlen, sondern misst den Gehalt an Wasserstoffatomen in unterschiedlichen Geweben. Auf den Bildern werden sowohl der Knochen als auch Weichteile wie Knorpel, Bänder, Muskeln und Sehnen dargestellt. Im Anfangs- oder Mittelstadium einer Verschleißerkrankung kann es sehr hilfreich sein, z.B. einen reinen Meniskusschaden von einem Gelenkknorpelverschleiß abzugrenzen oder vor einer geplanten Operation das Ausmaß des Knorpelschadens zu beurteilen.

Computertomographie
Nur bei speziellen Fragestellungen ergänzt eine Computertomographie (CT, Schnittbildaufnahme mit Röntgenstrahlen) die herkömmlichen Röntgenbilder. Das CT liefert ein dreidimensionales Bild des Kniegelenkes, anhand dessen das Gelenk genau vermessen und vor allem Drehfehler beurteilt werden können.

Sonografie
Die Sonografie (Ultraschalluntersuchung) des Kniegelenks ist bei der Diagnostik der Gonarthrose von untergeordneter Bedeutung. Sie erlaubt aber eine Beurteilung der begleitenden Weichteilveränderungen, die im Röntgenbild nicht erkennbar sind.

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Darstellung der bildgebenden Verfahren v.l.n.r.: Röntgen, MRT, 3D-CT

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Die Knorpelernährung erfolgt durch das Bewegen des Gelenkes, wobei eine Überbelastung vermieden werden soll. Nur ein Gelenk, das viel bewegt wird und dessen Knorpel daher gut ernährt ist, besitzt die Widerstandskraft kurzfristige Mehrbelastungen unbeschadet zu überstehen. Spitzenbelastungen, wie zu schweres Tragen oder Heben, sollten im Alltag möglichst vermieden werden. Bei vorgeschädigtem Knie ist das Benutzen einer Rolltreppe oder eines Fahrstuhls sinnvoll. Bewegung ist zwar wichtig, aber nicht auf der Treppe!

Mit folgenden vorbeugenden Maßnahmen können, Sie selber dem Entstehen der Erkrankung entgegen wirken oder in einem Anfangsstadium ihre Entwicklung verlangsamen.

Haben Sie eine überwiegend sitzende Tätigkeit?
  • Bewegen Sie wiederholt Ihre Beine!
  • Stehen Sie so oft wie möglich auf und gehen ein paar Schritte!
Treiben Sie einen Ausgleichsport!
  • Besonders geeignet sind Radfahren, Schwimmen, NordicWalking und Ski-Langlauf.
  • Ungeeignet sind sog. Stop-and-go-Sportarten wie Tennis, Tischtennis, Squash und Badminton sowie die meisten Mannschaftssportarten wie Handball, Fußball, Volleyball etc.
Bewegen Sie Ihre Gelenke im vollen Bewegungsumfang!
  • Treiben Sie regelmäßig Gymnastik!
  • Trainieren und Dehnen Sie Ihre Muskulatur!
  • Dehnen Sie verkürzte Gelenkkapseln und Bänder!
Vermeiden Sie bei Vorschädigung das Tragen schwerer Lasten!
  • “Ein Kilo in der Hand - aber auch am Bauch - bedeuten 4 Kilo fürs Knie!“
  • Benutzen Sie keine Einkaufstasche sondern einen Einkaufswagen!
  • Benutzen Sie wenn möglich eine Rolltreppe oder einen Fahrstuhl.
  • Entlasten Sie Ihr Gelenk durch Verwenden eines Handstocks!
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Unsere Behandlung ist immer ganz individuell auf den einzelnen Patienten und seine ganz spezielle Krankheitsgeschichte abgestimmt – denn schließlich sind Sie keinem anderen Menschen gleich. Außerdem werden Sie nur von spezialisierten Fachärzten behandelt. Darauf legen wir Wert. Sie werden sehen, Sie sind bei uns in den besten Händen.

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> Gelenkinjektionen mehr...

Physiotherapie (Krankengymnastik):
Eine gezielte Krankengymnastik mit anschaulicher Anleitung zur Eigentherapie lindert Ihre Beschwerden, kräftigt die Muskulatur und hilft Ihnen Ihre Beweglichkeit deutlich zu verbessern.

Balneotherapie (Wärme und Kälte) und physikalische Therapie
Anwendung von Wärme oder Kälte, Ultraschall und Elektrotherapie ergänzen die Behandlung. Sie führen zu einer Durchblutungssteigerung und damit zu einer Verbesserung der Gelenkernährung.


Antiphlogistika (Entzündungshemmer):
Finden bevorzugt Verwendung da sie neben ihrer abschwellenden, entzündungshemmenden Wirkung auch einen unterschiedlich starken schmerzstillenden Anteil haben. (Beispiele: Ibuprofen, Diclofenac, Indometacin)

Knorpelaufbaupräparate:
Präparate mit erwiesener Wirksamkeit sind Gelatine, Chondroitinsulfat, Glucosaminsulfat. Voraussetzung ist dabei allerdings eine „Kur-Behandlung“ über 6-12 Wochen

Reine Schmerzmedikamente:
Reine Schmerzmedikamente sind bei der Behandlung von Arthrose nicht die erste Wahl, da sie lediglich die Schmerzempfindung herabsetzen aber nicht gegen die Entzündungsvorgänge wirken. (Beispiele: Paracetamol, Metamizol, Valoron, Tramadol)



Hyaluronsäure:
Hyaluronsäure ist ein normaler Baustein des gesunden Gelenkknorpels. Das im Labor hergestellte Molekül wird in das Gelenk hineingespritzt und dort in den Knorpel eingebaut. Es stabilisiert ihn, glättet die Verwerfungen auf seiner zerstörten Oberfläche und verbessert die Gleiteigenschaften der Gelenkflüssigkeit.
 
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Schema von Hyaluronsäuremolekülen eingelagert
in das Knorpelgewebe und seiner Oberfläche aufliegend

Cortison:
Cortison ist der beste bekannte Entzündungshemmer. Typische Nebenwirkungen (z. B. Bluthochdruck) treten überwiegend dann auf, wenn das Medikament als Tablette oder Gefäßinjektion in den Blutkreislauf gerät. Bei der Injektion in ein Gelenk sind diese Nebenwirkungen nur in Ausnahmefällen zu erwarten.



Ziel der Behandlung ist es immer, das natürliche Kniegelenk so lange wie möglich zu erhalten und erst wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, eine Endoprothese (Kunstgelenk, griechisch endo = innen, prosthesis = Anfügung) einzusetzen. Voraussetzung für einen langfristigen Erfolg aller gelenkerhaltenden Operationen ist die Korrektur mechanischer Fehlbelastungen, denn dort, wo der gesunde stabile Gelenkknorpel überlastet war, hat auch ein neuer Knorpel keine Überlebenschance.

Arthroskopie: Gelenkspiegelung

Bei einer Arthroskopie können mit einer bleistiftdünnen Optik und kleinen Instrumenten, die über zwei ca. ½-Zentimeter großen Schnitten ins Gelenk eingeführt werden, fast alle Schädigungen im Inneren des Kniegelenkes behandelt werden.
Zerstörtes Meniskusgewebe und eine Gelenkinstabilität fördern die Entwicklung der Arthrose. Daher wird zerrissenes Meniskusgewebe entfernt oder unter bestimmten Voraussetzungen auch genäht, gerissene Kreuzbänder werden meist durch anderes körpereigenes Sehnengewebe ersetzt (Kreuzbandplastik). Bereits verschlissener Knorpel wird oberflächlich geglättet. Tiefe Knorpeldefekte können durch Anzüchten von Faserknorpel oder durch eine Knorpeltransplantation gedeckt werden.

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Schemazeichnung einer Arthroskopie, Behandlung eines Knorpeldefektes durch Aufstößeln des Knochens (Microfracturing)

Umstellungsosteotomie: Korrektur von Fehlstellungen

Die Umstellungsosteotomie korrigiert eine Achsfehlstellung, also das „O“- oder „X“- Bein. Hierdurch wird der zuvor überbelastete innere oder äußere Gelenkanteil entlastet.
Die Korrektur erfolgt entweder durch die Entnahme eines Knochenkeils oder das keilförmige Aufspreizen und Ausfüttern des Knochenspaltes mit Knochen aus dem Beckenkamm. Die Operation kann gelenknah am Oberschenkel, am Unterschenkel oder selten auch an
beiden Knochen gleichzeitig erfolgen. Die Knochenflächen werden mit Klammern oder Metallplatten und Schrauben mit einander verbunden.

Bis der Knochen nach ca. 12 Wochen stabil verheilt ist, besteht eine sog. Übungs- aber nur eingeschränkte Belastungsstabilität. Für den Patienten bedeutet es, dass er für 12 Wochen auf 2 Unterarmgehstützen angewiesen ist. Diese Operation empfehlen wir nur, wenn zu erwarten ist, dass damit eine Endoprothese mindestens um 5 Jahre, besser noch um 10 Jahre hinausgezögert werden kann.

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Schemazeichnung der Korrekturmöglichkeiten beim O-Bein,
  Stabilisierungsmethoden am Unterschenkel


Die Endoprothese

Das Kniegelenk ist kompliziert aufgebaut, sein Bewegungsablauf ist durch ein künstliches Gelenk sehr viel schwieriger nachzuahmen als z. B. der des Hüftgelenks. Daher bedurfte es auch einer deutlich längeren Entwicklungsarbeit, bis gut funktionierende Knieendoprothesen zur Verfügung standen. Heute stehen ausgereifte Produkte verschiedener Hersteller zur Verfügung.

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Knie-Doppelschlittenendoprothese

Die Form der Endoprothese und die Operationstechnik beim Einsetzen sind vom Ort und dem Ausmaß der Knorpelschädigung, dem Grad der Achsfehlstellung und der Stabilität des Kapsel-Band-Apparats abhängig.

Die Verankerung im Knochen

Die Verankerung im Knochen kann zementfrei oder zementiert erfolgen.
Eine zementfreie Endoprothese verklemmt sich zunächst im Knochen, der anschließend an ihrer aufgerauten Oberfläche anwächst. Zementierte Endoprothesen werden mit einem dem Acrylglas ähnlichen Kunststoff in den Knochen eingegossen („zementiert“).

Nach bisherigem Wissensstand gibt es beim künstlichen Kniegelenk zwischen beiden Verankerungen keinen Unterschied in der Überlebensdauer des Implantats. Wir verwenden beide Verfahren, häufiger jedoch die zementierte Version, da der Acrylzement kleinere Ungleichmäßigkeiten im Knochen ausgleicht, bei denen eine zementfreie Knieendoprothese möglicherweise nicht optimal einwächst.


Die kleinste Knieendoprothese ist die unikondyläre Schlittenprothese. Als Ersatz für den zerstörten Knorpel wird auf dem medialen Condylus (innere Oberschenkelrolle) eine kleine Metallkufe und in das Tibiaplateau (Schienbeingelenkfläche) eine Metallplatte eingelassen. Zwischen den beiden Metallkomponenten befindet sich eine Kunststoffscheibe aus Polyethylen.

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Unikondyläre Schlittenendoprothese

Diese „kleine“ Knieendoprothese ist geeignet, wenn eine nur auf die Innenseite begrenzte Arthrose vorliegt und der Knorpel zwischen der Patella (Kniescheibe) und ihrem Gleitweg am Oberschenkel intakt ist. Weiterhin müssen die Beinachse gerade und die Kniebänder stabil sein. In der Regel sind diese Voraussetzungen nur nach einem Unfall oder der Ahlbeck-Erkrankung (umschriebene Durchblutungsstörung am medialen Condylus) erfüllt.

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Unikondyläre Schlittenendoprothese im Röntgenbild


Bei der bikondyläre Schlittenprothese überkront eine doppelte Metallkufe beide Condylen, dem.gesamten Tibiaplateau wird eine Metallplatte aufgesetzt. Zwischen den Metallflächen erleichtert eine Polyethylen-Scheibe die Gleitbewegungen und ermöglicht einen nahezu natürlichen Bewegungsablauf..

Bei der Operation wird der zerstörte Knorpel mit einer dünnen Knochenschicht abgehoben und durch das Implantat ersetzt. Auch an der Kniescheibenrückfläche ist der Ersatz des zerstörten Knorpels durch einen Kunststoffknopf möglich. Das Kunstgelenk wird durch den natürlichen Kapsel-Bandapparat gehalten. Lediglich das vorder Kreuzband muß entfernt werden. Voraussetzung für einen einwandfreien Bewegungsablauf ist die Korrektur einer fehlerhaften Beinachse und Balancierung. gelockerter Seitenbänder.

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Bikondyläre Schlittenendoprothese

Für Patienten mit sehr schmalen Oberschenkelrollen, bieten einige Hersteller mittlerweile sog. Slim-Line-Implantate (Frauen-Knie) an. Ob ein solches Implantat im Einzelfall erforderlich ist, lässt sich am Röntgenbild beurteilen. Vor allem für Patienten aus dem asiatischen und orientalischen Bereich, die häufig in der tiefen Hocke oder im Knien Essen oder Beten, gibt es sog. Hyper-Flex-Implantat mit einem Beugewinkel bis zu 165 Grad.

Eine Erweiterung der bikondylären Schlittenprothese sind sog. „modulare Implantatsysteme“. Diese Systeme erlauben, an den Ober- und der Unterschenkelkomponenten Stiele anzubringen sowie bei Knochendefekten nach einem Unfall oder bei einer Wechseloperation, die Knochenauflagen durch Metallkomponenten zu unterfüttern.


Achsgeführte Gelenke verkoppeln Ober- und Unterschenkel durch eine innere Gelenkmechanik miteinander. Die hohen mechanischen Kräfte werden direkt von Knochen zu Knochen durch lange im Ober- und Unterschenkelschaft versenkte Stiele übertragen. Da hierbei zwangsläufig mehr Knochengewebe entfernt werden muss, greifen wir auf diesen Endoprothesentyp nur bei ausgeprägter Bandinstabilität und bei Wechseloperationen zurück.

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Achsgeführte Gelenke

Alle hochwertigen, modernen Implantate bedeuten für Sie die langfristige Linderung Ihrer Schmerzen und einen uneingeschränkten Bewegungsablauf in Ihrem Alltag – wir empfehlen Ihnen den individuell für Sie am besten geeigneten Typ.


Sicherheit und höchste Präzision

Die herkömmliche Operationstechnik birgt, vor allem bei ausgeprägten Achsfehlern, gewisse Fehlerquellen. Durch die computerassistierte Operation mit einem Navigationssystem lassen sich diese jedoch auf ein Minimum reduzieren - für den Patienten bedeutet das ein Höchstmaß an Sicherheit. So wie das Navigationssystem im Auto den Fahrer berät aber nicht selber steuert, gibt das Navigationssystem dem Operateur Informationen über die Ausrichtung der Operationsinstrumente, die Stellung der Beinachse und die Stabilität des Bandapparats. Operiert wird mit diesen Informationen jedoch weiterhin von Hand.

Zu Beginn der Operation werden am Ober- und Unterschenkel Markierungssterne fixiert und mit einer Messsonde die genauen Daten des Kniegelenkes in das System eingelesen. Hieraus errechnet der Computer ein dreidimensionales Modell. Das Navigationssystem ist dann in der Lage, mit seiner Kamera die Position der Knochen und Operationsinstrumente mit höchster Präzision abzubilden. Der Operateur kann seine Instrumente mit Hilfe der Navigation exakt ausrichten und in einem zweiten Schritt die Genauigkeit der durchgeführten Schnitte überprüfen. Die Spannung des Kapsel-Band-Apparats wird rechnergestützt gemesssen und ausbalanciert. Das Operationsergebnis ist bereits während der Operation mess- und notfalls auch korrigierbar.

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Infrarotkamera und Bildschirm eines Navigationssystems

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Dreidimensionales Modell eines Patientenknies im Rechner

Für den Patienten bedeutet eine gerade Beinachse und höhere Beweglichkeit eine bessere Funktion des künstlichen Gelenkes aber vor allem die beste Voraussetzung für eine lange Haltbarkeit der Endoprothese.

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Rehabilitation bis zur vollständigen Genesung

Ziel ist es, dass der Patient nach einer Operation so schnell wie möglich wieder vollkommen genesen kann. Deshalb wählen wir individuell eine möglichst schonende Operationstechnik aus.

In der Regel kann der Patient schon am Tag der Operation mit der Physiotherapie beginnen. Bei normalem Verlauf sowie guter gesundheitlicher Konstitution darf das Gelenk nach wenigen Tagen wieder voll belastet werden und der Patient ist nur für ca. 6 Wochen auf 2 Unterarmgehstützen angewiesen.

Und zur vollkommenen Gesundung raten wir, an den Krankenhausaufenthalt eine stationäre oder ambulante Rehabilitation anzuschließen. Wir beraten Sie gerne bei der Auswahl einer Einrichtung und übernehmen auch die Antragsformalitäten beim jeweiligen Kostenträger.

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