Behandlungsspektrum, EuromedClinic

Endometriose


Mit Endometriose bezeichnen wir eine Erkrankung, bei der kleine Inseln von Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) auch außerhalb der Gebärmutterhöhle vorkommen. Endometrioseherde werden im Bereich des kleinen Beckens, also hinter der Gebärmutter sowie im Bereich der Beckenwände, aber auch auf dem Dach der Harnblase, als kleine Absiedlungen der Endometriumzellen auf dem Bauchfell (Peritoneum) gefunden, an Eileitern und in den Eierstöcken am häufigsten gefunden (E. genitalis externa), können aber generell an jeder Stelle des Körpers (sehr viel seltener auch außerhalb des Becken- und Bauchraumes, E. extragenitalis) vorkommen. Auch in Kaiserschnittnarben kann sich eine Endometriose entwickeln, wenn während der Operation winzige Schleimhautpartikel in die Bauchdecke transportiert werden. weiter zur Entstehung...

Zwei wesentliche Theorien zur Entstehung werden einander gegenübergestellt, die aber wohl beide richtig sind und vermutlich zusammengehören. Erstens wird von einer Verschleppung von Zellverbänden, also winzigen Gewebsstückchen, aus dem Gebärmutterinnenraum an andere Orte ausgegangen. Dies kann im Rahmen der Monatsblutung durch einen rückwärts gerichteten Teil des Abflusses des Menstrualblutes (retrograde Blutung) geschehen, bei dem nicht alles Blut aus der Gebärmutter in Richtung Scheide abfließt, sondern teilweise durch die Eileiter in den Bauchraum gelangt. Die Verschleppungstheorie wird durch die Beobachtung von Endometrioseherden in der Bauchdecke nach Kaiserschnittoperationen gestützt, s.o.;
Zweitens scheint bei den betroffenen Frauen ein vermutlich angeborener Fehler der Körperabwehr (Immundefekt) vorzuliegen, der es den Zellen erlaubt, an den „Landungsplätzen“ neu Fuß zu fassen und sich hier auf Dauer anzusiedeln. Dazu werden nämlich auch neu Blutgefäße gebraucht, die extra für die Endometriuminseln angelegt werden.
Wie die Schleimhaut im Innenraum der Gebärmutter unterliegen auch die Endometrioseherde dem hormonellen Zyklus. Die Schleimhaut wird in der ersten Zyklushälfte stimuliert und aufgebaut, um dann zur Periodenblutung ebenso abzubluten. Die winzigen Blutungen erzeugen Schmerzsymptome auf dem Bauchfell und können zu Verwachsungen sowie narbigen Gewebeschrumpfungen führen. Häufiger finden sich außerdem Zysten in den Eierstöcken, die einen dunklen, zähen Inhalt haben, der durch die Eindickung der immer wiederholten kleinen Einblutungen entsteht. Aufgrund des Aussehens werden diese Veränderungen auch als „Schokoladenzysten“ bezeichnet.
Auswirkungen dieser Veränderungen sind Schmerzen, Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit (Fertilität), Organkomplikationen wie beispielsweise die selten auftretende Behinderung des Harnabflusses mit Ausbildung einer Harnstauungsniere, wenn narbige Schrumpfung des Beckenwandperitoneums zu Einengungen des Harnleiters in dessen Verlauf führen. weiter zur Prophylaxe...
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Weil die Entstehung der Endometriose noch nicht vollständig verstanden wird, gibt es keine wirklich an der Ursache ansetzende Behandlung oder Vorbeugung. Da die Verbreitung und die Entstehung der Symptome mit dem Zyklus, insbesondere der Regelblutung zusammenhängt, ist die Unterdrückung der Monatsblutung durch Medikamente die den Eisprung verhindern (orale Kontrazeptiva, die „Pille“) die einzige Prophylaxe außerhalb von Schwangerschaft und Stillzeit, die ebenfalls einen günstigen Einfluss ausüben, da auch hier die Blutungen für eine Weile ausfallen.
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Nicht selten ist der Befund einer Endometriose ein Zufallsbefund im Rahmen einer operativen Inspektion der Bauchhöhle. Die Erkrankung kann völlig stumm oder symptomarm verlaufen. Im typischen Fall macht sich die E. durch – im Verlauf von Jahren zunehmende - Schmerzen schon ein, zwei Tage vor Einsetzen der Regelblutung bemerkbar. Durch die Beeinflussung der Fruchtbarkeit bei Verklebungen der Eileiter wird die Diagnose häufiger bei der Abklärung eines unerfüllten Kinderwunsches gestellt. Möglicherweise ist die Fertilität jedoch bereits vorher durch den nicht richtig funktionierenden Transportmechanismus (siehe oben retrograde Menstruation) eingeschränkt. weiter zur Diagnostik...
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Die Diagnose ist als Arbeitshypothese bei Vorliegen typischer Beschwerden und Symptome schon aus der Befragung und der gynäkologischen Untersuchung mit Auffinden charakteristischer Schmerzpunkte häufig zu stellen. Eine probehalber verordnete „Pille“, möglichst über einen längeren Zeitraum ohne Blutungspause ( so genannte Langzyklen) kann durch die prompte Besserung der Symptome die Diagnose erhärten, aber nicht beweisen. Sicher ist die Erkrankung nur mit invasiver Diagnostik zu belegen, also beispielsweise durch eine Bauchspiegelung (Laparoskopie). Auch der von der Scheide aus durchgeführte (transvaginale) Ultraschall hilft bei der Diagnostik. Schwierig nachweisbar sind manchmal in die muskuläre Wand der Gebärmutter eingewachsene Endometriumanteile, die eine unter Umständen sehr schmerzhafte innere Endometriose hervorrufen können (Endometriose genitalis interna, auch Adenomyosis). weiter zur Therapie...
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Die Behandlung verfolgt je nach Situation unterschiedliche Ziele: geht es „nur“ um die Vermeidung von Schmerzen und Folgeveränderungen, wird in der Regel eine hormonelle Kontrazeption („Pille“, hormonfreisetzende Systeme wie der Vaginalring oder die Hormonspirale) ausreichen. Auch östrogenfreie, reine Gelbkörperhormonpräparate stehen hier zur Verfügung.
Bei Kinderwunsch oder auch bei vorhandenen Organkomplikationen steht zunächst eine operative Therapie an. Die Endometrioseherde müssen vollständig und mit einigem Sicherheitsabstand entfernt werden, danach schließt sich eine anti-hormonelle Therapie an („künstliche Wechseljahre“), um die Endometriose am Wiederkommen zu hindern. Je nach Ausprägung des Befundes können solche Operationen minimal invasiv im Rahmen einer Bauchspiegelung erfolgen oder machen manchmal komplexere Eingriffe am offenen Bauch erforderlich, die neben dem gynäkologischen Operateur auch die Mitarbeit eines Chirurgen oder Urologen erfordern zurück zur Definition
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