Behandlungsspektrum, EuromedClinic

Colonpolypen


Etwa 10 % der Bevölkerung haben sporadisch auftretende Darmpolypen, die Neigung nimmt im Alter zu. Neben hyperplastischen Polypen (zweithäufigster Polyp) und Sägezahnpolypen (Sonderform des hyperplastischen Polypen) sind ca. 75 % der Polypen Adenome. Diese führen durch die sog. Adenom-Karzinom-Sequenz nach vielen Jahren und Jahrzehnten zu einem Karzinom. Sie sind deshalb als Krebsvorstufe anerkannt. Davon zu unterscheiden ist das sehr selten vorkommende genetische Syndrom (familiäre adenomatöse Polyposis) bei dem hunderte von Adenomen im Darm, aber auch Magen und Zwölffingerdarm, vorkommen.
Ca. 6 % der Bevölkerung entwickeln im Laufe ihres Lebens Krebs im Darmgebiet. Diese Krebsart zählt damit zum häufigsten Krebs in der Bevölkerung. Das Hauptalter des Krebsauftritts liegt zwischen dem 60. und 70. Lebensjahr.
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Die Darmpolypen entstehen sporadisch, die Entartungsrate hängt vom histologischen Typ und der Größe des Polypens ab (ansteigendes Risiko). Heutzutage weiß man auch, dass insbesondere flache Polypen im Bereich der rechten Colonhälfte eine hohe Entartungsrate aufweisen. Die Entstehung des Darmkrebses hat viele Ursachen. Hohe Risikofaktoren sind ein hoher Anteil tierischer Fette in der Nahrung und ballaststoffarme Kost. Das Risiko steigt mit höherem Alter, besonders wichtig ist auch die Vererbung der Neigung zu Polypen und Krebs innerhalb der Familie.
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Eine Vorbeugung der Entstehung eines Darm-Enddarmkrebses besteht alleine in der Durchführung einer gesamten, sog. hohen Darmspiegelung bei der alle Darmabschnitte bis zur Einmündung des Dünndarmes sorgfältig inspiziert werden. Im Rahmen dieser Untersuchung werden die Polypen mit der elektrischen Schlinge komplett abgetragen.
Dabei erfolgt eine sorgfältige Bild- und Lokalisationsdokumentation. Über entsprechende Risiken der Abtragung (Blutung, Verletzung des Darmes) wird der Patient in einem ausführlichen Aufklärungsgespräch informiert. Dies ist die einzige Möglichkeit Darmkrebs, der aus Polypen entsteht, rechtzeitig vorzubeugen. Nach unserer Empfehlung sollte die erste Darmspiegelung ab dem 50. Lebensjahr erfolgen. Der weitere Abstand hängt vom Untersuchungsbefund und histologischen Befund der Polypen ab. Deutlich seltener sind Karzinome, die aus unauffälliger Schleimhaut entstehen. Diese lassen sich lediglich durch gesunde und vitaminreiche Ernährung vorbeugen.

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Kleinere Polypen zeigen keine Symptome, bei größeren treten gelegentlich Verstopfung oder Blutabgang auf. Bei einem Karzinom kommt es zu einer Veränderung der Stuhlgewohnheit mit Wechsel von Verstopfung und Durchfall, außerdem zeigen sich Blutverlust oder die Zeichen einer Blutarmut in Form von Eisenmangel. Alarmsymptome sind Gewichtsverlust oder totaler Stuhlverhalt.
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Die Diagnostik erfolgt immer im Rahmen einer Darmspiegelung, die für den Patienten nach entsprechenden Abführmaßnahmen und der Therapie mit einem leichten Schlafmittel völlig schmerzlos ist. Sollte bereits ein Krebs vorliegen, werden durch Probeentnahme der histologische Typ und die Wachstumsgeschwindigkeit des Krebses bestimmt. Dabei ist auch die Lokalisation im Darm entscheidend für das weitere therapeutische Vorgehen. Das gesamte Ausmaß der Krebserkrankung lässt sich erst nach der Operation anhand von Eindringtiefe des Krebses im Gewebe und Lymphknotenbefall, Lymphgefäßeinbrüchen etc. erkennen. Es ist dann auch notwendig, den Patienten umfassend an anderen Organen, wie Leber und Lunge sowie Lymphknoten im Bauchraum zu untersuchen. Hilfreich ist dabei ein Tumormarker (CEA), der für den weiteren Verlauf der Nachsorge des Patienten regelmäßig bestimmt werden sollte.
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Polypen können entweder endoskopisch oder bei extremer Ausdehnung auch operativ entfernt werden. Der Darmkrebs kann, sofern er oberhalb des Enddarmes aufgetreten ist, gut operativ entfernt werden unter Mitnahme der Lymphknoten. Je nach Wachstumsgeschwindigkeit und Eindringtiefe des Tumors sowie Befall der Lymphknoten entscheidet es sich, ob eine adjuvante, vorbeugende Chemotherapie durchgeführt werden muss. Diese sind heutzutage gut verträglich.
Bei Befall des Enddarmes ist unter Umständen eine vor der Operation durchzuführende Chemo- und Bestrahlungs-therapie notwendig, um die Schließmuskelfunktion zu erhalten und trotzdem mit ausreichendem Sicherheitsabstand zu operieren. Es ist vorteilhafter diese Kombinationstherapie vor der Operation durchzuführen. Sitzt der Krebs zu nahe am Schließmuskel des Afters muss meist doch ein künstlicher Darmausgang angelegt werden, um eine ausreichende Sicherheit bezüglich einer Streuung des Tumors (Sicherheitsabstand) zu erreichen.
Es besteht auch die Möglichkeit, ein Frühkarzinom des Enddarmes vom After aus auszuschälen. Hierbei muss allerdings die Beschränkung des Tumors auf die Haut (Mukosa) mittels eines Rectalultraschalles gesichert sein.
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