Behandlungsspektrum, EuromedClinic

Abhängigkeitserkrankungen - Sucht


Abhängigkeitserkrankungen sind im alltäglichen Sprachgebrauch auch als Süchte bekannt. Gemeint ist eine krankhafte oder zwanghafte Abhängigkeit von Stoffen (z.B. Alkohol, Nikotin, Medikamente) oder von bestimmten Verhaltensweisen (z.B. spielen, Internet, kaufen, fernsehen, essen). Als Betroffener hat man ständig das starke Verlangen nach einer erneuten Einnahme der Substanz oder einer ständigen Wiederholung des abhängig machenden Verhaltens. Die damit verbundenen Lustgefühle und die Möglichkeit, sich auf diese Weise nicht mit negativen Gefühlszuständen auseinandersetzen zu müssen, sorgen dafür, dass sich die Abhängigkeit mit all ihren Folgen entwickeln und verfestigen kann. Unterschieden wird zwischen einer körperlichen Abhängigkeit, bei der zunächst eine Entgiftung des Körpers von der entsprechenden Substanz erforderlich ist, und einer psychischen Abhängigkeit. Letztere ist von Person zu Person unterschiedlich und hängt von verschiedenen Einflussfaktoren ab.

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Neben biologischen und genetischen Einflüssen spielen für die Wahrscheinlichkeit, eine psychische Störung zu entwickeln, auch viele Dinge eine Rolle, die im sozialen Umfeld, in der eigenen Lebensgeschichte oder in aktuellen Verhaltens- und Erlebensweisen liegen. Dadurch eröffnet sich jedem Einzelnen die Möglichkeit, sein eigenes Risiko, an psychischen Störungen zu erkranken, zu verringern. Einfache Vorsorgemöglichkeiten sind, ein Gleichgewicht zwischen alltäglichen Pflichten bzw. Belastungen und angenehmen Dingen/Hobbys zu schaffen, ein verlässliches soziales Umfeld aufzubauen und regelmäßig Sport zu treiben. Außerdem kann Ihnen das Wissen über psychische Störungen, das Sie sich z. B. durch Fernsehsendungen oder Zeitungsartikel aneignen, bei der Vorbeugung helfen.
Mit dem Wissen über mögliche Beschwerden ist es Ihnen zusätzlich möglich, frühzeitig zu bemerken, wenn erste Anzeichen einer psychischen Erkrankung bei Ihnen oder anderen in ihrem Umfeld auftreten. Wie bei den meisten körperlichen Erkrankungen ist eine Behandlung umso Erfolg versprechender, je früher die Störung erkannt wird.
Nach der erfolgreichen Behandlung einer psychischen Störung ist zudem eine sogenannte Rückfallprophylaxe sehr wichtig. Dabei werden Ihnen Mittel und Strategien zur Bewältigung möglicher Schwierigkeiten sowie Werkzeuge zur Erkennung von Frühzeichen bei einem eventuell erneuten Auftreten der Erkrankung an die Hand gegeben.

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Allgemeine Symptome*:

  • starkes Verlangen nach der Substanz oder eine Art Zwang, die Substanz konsumieren zu müssen
  • Kontrollverlust: Betroffene nehmen mehr von der Substanz (z.B. Alkohol, Medikamente) zu sich, als sie geplant haben und können nicht mehr über Beginn, Dauer oder Beendigung des Konsums entscheiden; auch der Versuch, die Menge zu reduzieren, schlägt fehl
  • Körperliche Entzugssymptome bei Absetzen oder Reduzieren der Menge (z.B. Schwitzen, Kreislaufzusammenbruch, Panikzustände, Herzrasen, Zittern)
  • Toleranzentwicklung: um die gleichen Wirkungen zu erzielen wie gewohnt, benötigt man immer größere Mengen von der Substanz
  • Vernachlässigung anderer Lebensbereiche zugunsten des Substanzkonsums: z.B. Aufgabe oder Einschränkung von Hobbys oder dem Kontakt zu Freunden, da die Beschaffung, der Konsum oder das Erholen vom Konsum sehr viel Zeit beansprucht
  • Fortgesetztes Konsum trotz eindeutig schädlicher Folgen (z.B. Probleme in der Ehe/Partnerschaft, drohender oder tatsächlicher Verlust des Arbeitsplatz)



Neben den klassischen Süchten, die sich auf Substanzen beziehen (z.B. Nikotin-, Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit) ist Abhängigkeitsverhalten zunehmend auch in anderen Bereichen beobachtbar. Zu den sogenannten Verhaltenssüchten zählen die Spielsucht, die Arbeitssucht, die Esssucht, die Kaufsucht, die Sportsucht oder auch die Internetsucht.
Wie bei jeder psychischen Störung sind die Stärke und die Anzahl der vorliegenden Symptome von Mensch zu Mensch verschieden. Scham- und Schuldgefühle verzögern häufig eine frühzeitige Diagnosestellung, verhindern eine effektive Behandlung und führen oft zu einem verlängerten Leidensweg. 



* Die Darstellung der Symptome erfolgte in Anlehnung an das ICD-10, dem in Deutschland für die Diagnose von Krankheiten gültigen Klassifikationssystem.

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Bei der Erstellung einer psychischen Diagnose erfasst Ihr Arzt oder Psychologe Ihre aktuellen Beschwerden möglichst umfassend erfasst und anhand eines von der Weltgesundheitsorganisation weltweit einheitlichen Kriterienkatalogs, dem ICD-10 (= International Classification of Diseases), einer bestimmten Krankheit zuordnet. Diese Kriterien finden Sie unter dem Gliederungspunkt „Symptome“.

Da jeder Mensch einzigartig ist und entsprechend auch keine Krankheit der anderen gleicht – dies gilt vor allem im psychischen Bereich – stellen wir die Diagnose erst nach einem ausführlichen persönlichen Gespräch mit Ihnen. Bei der stationären Aufnahme findet zusätzlich eine körperliche Untersuchung statt, um auch wichtige körperliche Probleme nicht zu übersehen. Außerdem werden mit Hilfe von Fragebögen wichtige Bereiche abgefragt, die das persönlich entstandene umfassende Bild von Ihnen und Ihrem Umfeld noch ergänzen. Auf diese Weise können wir die Diagnose individuell bestimmen und einen persönlich auf Ihre Beschwerden abgestimmten Therapieplan entwickeln.

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Jeder Mensch hat unterschiedliche Bedürfnisse und Probleme. Entsprechend gleicht auch kein Störungsbild dem anderen. Hinter ein und derselben Diagnose steht jeweils eine eigene Lebensgeschichte. Aus diesem Grund werden die einzelnen Therapiebausteine inhaltlich speziell mit Ihnen auf Ihre Probleme abgestimmt. Einen formalen Überblick über unser Therapieprogramm mit seinen einzelnen Bestandteilen können Sie dem beispielhaften Therapieplan entnehmen. Allgemein gesprochen geht es darum, aktuelle Konflikte zu bearbeiten, Sie einschränkende Überzeugungen, Gedanken und Einstellungen zu hinterfragen, Ihre positiven Ressourcen zu aktivieren und neue zu schaffen sowie Ihre Gefühlswelt zu ordnen. Zudem ist es das Ziel, dort neue Verhaltensmuster aufzubauen, wo Ihnen bisher keine oder nur problematisch erscheinende Verhaltensmuster zur Verfügung standen bzw. stehen.


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